Väterkarenz-Kampagne wird ein Rohrkrepierer

Für Väterkarenz: Hundstorfer und Heinisch-Hosek (SPÖ)In einer Zeit, in der Familien durch den Staat schrittweise die finanzielle Grundlage entzogen wird, starten SPÖ-Minister im Verein mit den Sozialpartnern eine Werbeinitiative für die Väterkarenz. Denn davon „profitieren Männer und Unternehmen“, sagt Frauenministerin Heinisch-Hosek. Sozialminister Hundstorfer geht noch weiter und meint in seiner fast gleichlautenden Presseaussendung: „Von der Väterkarenz profitiert der Mensch und das Unternehmen.“

Für Väterkarenz: Tumpel (AK), Foglar (ÖGB), Hochhauser (WK), Hundstorfer, Heinisch-Hosek, Sorger (IV), Wlodkowsi (LWK).

Die Menschen oder die Männer wissen das trotz nur 5 Prozent Väterbeteiligung an der Karenz offenbar schon, sind die beiden überzeugt. Daher soll die Kampagne, die am 22.11.2010 im Wiener Ringturm vorgestellt wurde, vor allem die Unternehmen über die Segnungen der Väterkarenz aufklären. Die Sozialpartner – vertreten durch Herbert Tumpel (Arbeiterkammer), Erich Foglar (ÖGB), Anna Maria Hochhauser (Wirtschaftskammer), Veit Sorger (Industriellenvereinigung) und Gerhard Wlodkowski (Landwirtschaftskammer) zeigten sich begeistert und versprachen ihren Einsatz für die Initiative. Das dafür locker gemachte Geld kassiert die Firma ABZ Austria, die Veranstaltungen für Personalverantwortliche, Workshops in Betrieben und Diskurs-Cafes organisieren soll.

Heinisch-Hosek sieht keine finanziellen Hürden

Dass der Unterschied zwischen dem von zwei Drittel der Väter in Studien geäußerten Wunsch, in Karenz zu gehen, und der Wirklichkeit von nur fünf Prozent am Finanziellen scheitern könnte, glaubt Heinisch-Hosek nicht. Dafür gebe es ja jetzt das einkommensabhängige Kindergeld – das seltsamerweise kaum in Anspruch genommen wird.

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Der Hauptgrund dafür, dass sich die meisten Eltern für die Langvariante des Kindergeldes entscheiden, ist naturgemäß, dass sie sich möglichst lange um ihre Kinder kümmern wollen. Dass Mutter dabei zweieinhalb Jahre lang auf einen großen Teil ihres Einkommens verzichtet, ist Opfer genug. Eine Väterbeteiligung ist zum Satz von 436 Euro monatlich in den meisten Fällen unrealistisch. Daran wird auch eine pompöse Werbekampagne nichts ändern, zumal deren Proponenten vor den tatsächlichen Wünschen junger Familien konsequent die Augen verschließen.

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