Verwirrung um St. Matthias-Gedenktag offenbart die Zerrissenheit der katholischen Kirche.

Bild: Ramon FVelasquez / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Verschobener Apostel-Gedenktag als Sinnbild für die Zerrissenheit der katholischen Kirche

Der Gedenktag des heiligen Apostels Matthias mag ein Sinnbild sein für die Verwirrung, ja Zerrissenheit, welche in der katholischen Kirche seit dem umstrittenen II. Vatikanischen Konzil und der wenige Jahre danach durchgeführten sogenannten Liturgiereform herrscht.

Seinerzeit wurde der Gedenktag des Apostels Matthias ohne jede Not in den meisten Teilen der Weltkirche vom 24. Februar auf den 14. Mai verlegt. Lediglich im deutschen Sprachraum blieb der altehrwürdige Gedenktag am 24. Februar zumindest als Termin auf dem Kalender erhalten. Dieses Auseinanderreißen des Gedenktages sorgte und sorgt bei Katholiken für Verwirrung.

Kirchenspaltung als Warnung

Mit dem deutschen Raum ist der Märtyrer und Apostel Matthias tatsächlich besonders eng verbunden. Fanden seine sterblichen Überreste doch im deutschen Trier ihre letzte Ruhe. Trier war über viele Jahrhunderte nicht nur irgendein Bischofssitz, sondern im Rahmen des Ersten Deutschen Reiches, auch genannt Heiliges Römisches Reich deutscher Nation, Sitz eines Erzbischofs, Kurfürsten und eines der drei Erzkanzler. Sein Ende fand diese hervorgehobene Stellung von Trier erst 1801, als der Papst mit Napoleon Bonaparte, der damals alle westrheinischen Gebiete besetzt hielt, ein umstrittenes Konkordat schloss. Die Empörung bei französischen Katholiken über diese Einigung mit dem Gewaltherrscher Napoleon war so groß, dass es darüber in Frankreich zu einer Kirchenspaltung kam. Diese so entstandene sehr konservative Dissidentengruppe, genannt Kleine Kirche (Petite Eglise), besteht entgegen aller amtskirchlichen Propaganda bis heute in Frankreich. Vergleichbares geschah im heutigen Belgien mit der Glaubensgemeinschaft der Stevenisten.

Rapider Anstieg bei Kirchenaustritten

Dies sollte für sich schon Warnung genug sein, konservative Christen nicht einfach zu missachten. Richtig heftig kam es natürlich nach dem II. Vatikanischen Konzil und der mit diesem eingeleiteten Linksorientierung in der offiziellen Kirche. Kirchenaustritte stiegen rapide an, Priesterweihen, Ordenseintritte und Kirchenbesuche stürzten in vielen Gebieten ab. Die neuesten Zahlen, soweit bereits veröffentlicht, bestätigen, dass im zurückliegenden Jahr 2018 die Kirchenaustritte in Österreich wie in der Bundesrepublik Deutschland nochmals deutlich zugenommen haben, egal ob in Wien, Berlin, Bayern oder Nordrhein-Westfalen.

Kritik aus den eigenen Reihen

Im Magazin des Cartellverbandes der katholischen farbentragenden Studentenverbindungen in Österreich/ÖCV, Academia, kommen in der Februar-Ausgabe durchaus kritische Stimmen zu den Vorgängen in der Amtskirche zu Wort. In seinem Leserbrief geht Josef Libora deutlich mit der amtskirchlichen Beteiligung an der Hetzkampange gegen die österreichische Regierung ins Gericht:

Sogar von den katholischen Frauen, der katholischen Arbeiterbewegung, der katholischen Jungschar (!) und dem Pastoralamt der Diözese Linz erging die Aufforderung zur Teilnahme an der Donnerstagsdemonstration gegen die Regierung. Ein Schreiben an die Diözesanleitung von mir, mir dieses zu erklären, blieb bis heute ohne Antwort.

Prof. Willi Sauberer meint scharf:

Die Kirche vertreibt derzeit gezielt auch sehr treue Schäfchen. Von den Bischöfen werden Fragen zu ihren nicht nachvollziehbaren Handlungen und Aussagen einfach nicht beantwortet, etwa zur bischöflichen Teilnahme am islamischen Fastenbrechen, zum Verzicht auf das Vaterunser bei „überkonfessionellen“ Schulschlussfeiern, zum Vergleich der zehn Gebote mit den korrespondierenden Koran-Suren, zur Herabwürdigung der familiären Kindererziehung durch die Katholische Sozialakademie und vielem mehr.

Der Absturz kirchlichen Lebens seit dem umstrittenen II. Vatikanischen Konzil und amtskirchlicher Linksorientierung war scheinbar für manchen in der Amtskirche noch nicht genug.

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