Der SPÖ-Spitzenkandidat will mit Verschwörungstheorien von eigener inhaltlicher Leere ablenken.

Bild: Thomas Lehmann / SPÖ-Parteizentrale / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Roter EU-Spitzenkandidat Andreas Schieder sieht überall Russland-Trolle

“FPÖ muss klarstellen, ob sie Geld von Putin bekommt!”, tönt der SPÖ-Spitzenkandidat zur EU-Wahl, Andreas Schieder, in einer Presseaussendung vom 22. Februar.

Wenn man schon inhaltlich nichts zu bieten hat, muss man wenigstens den politischen Gegner anpatzen. Nach diesem, zuletzt vom erfolglosen Kurzzeit SPÖ-Vorsitzenden Christian Kern praktizierten Prinzip scheint nun auch sein abgehalfterter Ex-SPÖ Klubobmann vorzugehen.

“Russland-Trolle wollen EU zerstören”

“Nach Le Pen steht nun auch Matteo Salvini unter dringendem Tatverdacht, dass er seine Partei von Russland finanzieren lässt”, schreibt Schieder und zitiert als Quelle einen italienischen Zeitungsbericht. Er fürchte, dass russische Troll-Armeen die EU zerstören wollen. Es müsse deshalb sofort ausgeschlossen werden, dass Geld aus “dubiosen russischen Quellen” in den EU-Wahlkampf der FPÖ fließe, stellt Schieder die Konkurrenzpartei mit seiner Verschwörungstheorie gleich unter Generalverdacht.

Patrioten “gekaufte Agenten Moskaus”

Ganz im Stil eines Großinquisitors verlangt Schieder von der FPÖ Auskunft, ob die Partei aus Russland Geld bekommen habe und unterstellt, Absprachen mit “Russlands Staatspartei” getroffen zu haben. Der SPÖ-Mann begründet seinen schlimmen Verdacht damit, dass die FPÖ, so wie die italienische Lega Nord, einen Freundschaftsvertrag mit “Putins Staatspartei” abgeschlossen habe.

Gleichzeitig verlangt Schieder ultimativ, dass sich die FPÖ von den “gekauften Agenten Moskaus” (gemeint sind die Parteien Marine Le Pens und Matteo Salvinis) zu distanzieren habe, sonst müsse die SPÖ davon ausgehen, dass auch Spitzenkandidat Harald Vilimsky “Moskaus Mann in Brüssel” sei.

Peinliche Wissenslücken eines “Europapolitikers”

Dass der rote “Europapolitiker” nicht wirklich weiß, wovon er spricht, zeigt sich allerdings schon daran, dass er nicht einmal den Namen der von ihm unter den “Agenten Moskaus” subsummierten französischen Partei zu kennen scheint, deren Vorsitzende Madame Le Pen ist.

So tituliert Schieder in seiner Aussendung diese Partei als “Assemblée nationale”. Nur zu dumm, dass es sich bei besagter “Assemblée nationale” um das Unterhaus des französischen Parlaments handelt. Unterstellt Herr Schieder damit gar, dass alle Abgeordneten der Nationalversammlung Frankreichs von Moskau gekauft seien? Frankreich ein Land von Russland-Trollen? Das kann doch nicht einmal ein Verschwörungstheoretiker wie Schieder glauben.

Unzensuriert lesen bildet

Es ist daher anzunehmen, dass es sich bei der Nummer eins der SPÖ-Europapolitik lediglich um eine eklatante Wissenlücke handelt und es auch mit seinen Fremdsprachkenntnissen nicht zum Besten steht. Denn richtigerweise heißt die Partei Marine Le Pens “Rassemblement National”. Falls Herr Schieder unzensuriert liest, kann er also noch etwas lernen.

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