Missliche Lage für Christen in Pakistan

Kirche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad

Pakistanische Christen gelten in ihrem Land als unterste Stufe der Gesellschaft und werden deshalb wiederholt Opfer von Diskriminierung und tätlichen Angriffen. Zuletzt wurde die christliche Minderheit Opfer eines besonders feigen Terroranschlags von religiösen Fanatikern. Laut Augenzeugen griffen sechzig Männer gegen Mittag die „King-of-Kings-Tabernacle“-Kirche in Sardar Town an, die etwa 18 Kilometer außerhalb der 8-Millionen-Stadt Lahore im Nordosten Pakistans liegt. Dabei wurde das Gotteshaus teilweise mit einer Planierraupe niedergewalzt, Kreuz und Bibeln geschändet. Ziel des Angriffs von vermutlich radikalen Muslimen soll die Einschüchterung der 400 Gläubigen in Sardar Town gewesen sein. Sie gehören zur ärmsten Schicht Pakistans und verrichten als Taglöhner in den umliegenden Fabriken ihre Arbeit.

Kirche in der pakistanischen Hauptstadt IslamabadAls zweitgrößte religiöse Minderheit von rund 1,5 Prozent an der zu 97 Prozent islamischen Bevölkerung sehen sich die pakistanischen Christen besonders dem Blasphemie-Paragrafen des Strafgesetzbuches aus dem Jahr 1985 ausgesetzt. Dieser sieht nämlich vor, dass diejenigen, die den Namen des Propheten Mohammed oder den Koran entweihen, mit Gefängnisstrafen und sogar Todesstrafen belegt werden können. Fundamentalistisch-muslimische Kreisen wollen das Gesetz sogar so weit auslegen, dass selbst die Kritik an dem Gesetz strafbar sein soll.

Zusammen mit den Hadd-Strafen – einer Gruppe von islamischen Strafen, die auf dem Koran basieren und unter anderem Auspeitschungen und Steinigungen für Handlungen beinhalten, die als unvereinbar mit dem islamischen Gesetz gelten – unterstützt das Blasphemie-Gesetz willkürliche Übergriffe auf Christen.

Fünffache Mutter zum Tod am Galgen verurteilt

Trauriges Beispiel ist die zum Tode verurteilte Christin Asia Bibi (45). Die fünffache Mutter aus der ostpakistanischen Provinz Punjab war am 7. November wegen angeblicher „Beleidigung des Propheten Mohammed“ zum Tod am Galgen verurteilt worden. Sie steht für hunderte christliche Frauen und Familienmütter, die unter falscher Anklage jahrelang ohne Prozess und ohne Anwalt inhaftiert wurden. Wird nach langer Zeit ein Freispruch erwirkt, können die betroffenen Personen nicht mehr in ihre Gemeinde zurückkehren, weil ein fanatischer Mob Lynchjustiz üben würde.

Winter verlangt Hilfe für Christen in muslimischen Ländern

„Mit der willkürlichen Blasphemie-Regelung wurde der Hass gegen Christen in Gesetz gegossen“, meint dazu die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dr. Susanne Winter, die eindringlich zur Einhaltung der Menschenrechte und zur Religionsfreiheit in mehrheitlich islamischen Ländern aufruft. Die heimische Bundesregierung sei auch gezwungen, Solidarität mit den Opfern zu zeigen. Für Winter ist vorstellbar, verfolgte Christen temporär aufzunehmen, bis sich die Lage in den jeweiligen Ländern wieder entspannt hat und im Gegenzug straffällig gewordene Muslime aus Österreich auszuweisen.

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Das 1955 in den Niederlanden gegründete überkonfessionelle Missions- und Hilfswerk „Open Doors“ klassifiziert fünfzig Länder nach dem Maß der Christenverfolgung in einer jährlichen Rangliste, dem so genannten Weltverfolgungsindex. Darin belegt Pakistan den 14. Platz.

Foto: Khalid Mahmood / Wikimedia

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