Symbolbil: Das letzte Abendmahl von Jesus Christus im Kreise seiner Anhänger. (Leonardo Da Vinci)

Bild: Wikimedia / public domain
Karfreitagsdebatte: Was Judas und Sozialisten gemeinsam haben

Ein Atheist will zu Ostern länger blau machen, die sozialistisch dominierte Arbeiterkammer findet das lustig und ein weltfremder Europäischer Gerichtshof  mischt sich in unsere Angelegenheiten ein und sorgt in Österreich für künstliche Aufgeregtheit. So oder so ähnlich kann man die Debatte um die Karfreitag-Feiertagsregelung zusammenfassen. Denn Jahrzehntelang gab es für Protestanten und Alt-Katholiken in diesem Land eine gesonderte Feiertagregelung und niemanden hatte es gestört.

Österreich vom Christentum geprägt

Österreich ist seit Jahrhunderten ein christlich geprägtes Land. Christliche Feiertage und damit zusammenhängende Bräuche zeugen von deren Verankerung in unserer Gesellschaft.
Das bevorstehende Osterfest ist vor Pfingsten und Weihnachten der höchste Feiertag dieser Religionsgemeinschaft. Zu Ostern feiern Christen die Auferstehung von Jesus Christus und seinen Sieg über den Tod.

Karfreitag -Tag der Trauer

Der dem Osterfest vorangehende Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu auf dem Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalems. Die Gottesdienste, die an diesem Tag gefeiert werden, stehen ganz im Zeichen der Trauer. Seit der Reformation gehen Katholiken und Protestanten in manchen liturgischen Dingen eigene Wege. So auch am Karfreitag, dem Protestanten ein höheren Stellenwert beimessen, als Katholiken dies tun, was sich bisher auch darin widerspiegelte, dass die Allgemeinheit den Menschen lutheranischer Konfession (in unserem Land rund vier Prozent der Bevölkerung) einen eigenen arbeitsfreien Feiertag zugebilligt hat. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes im Jänner dieses Jahres, ist jedoch alles anders.

Unzensurix meint:

Fronleichnam, Christi Himmelfahrt, Maria-Empfängnis – wie viele Menschen, die auf diese arbeitsfreien Feiertage bestehen, wissen um den religiösen Inhalt dieser Tage? Und wie viele von ihnen nutzen sie, einen Gottesdienst zu besuchen oder an einer Fronleichnamsprozession teilzunehmen? Vermutlich herzlich wenige. Selbst Weihnachten ist für viele zu einem reinen Kommerzfest verkommen. Die Feiertage werden genutzt, um sie lieber auf heimischen Schipisten oder an den Stränden von Thailand oder Bali zu verbringen.

Einer derart hedonistischen Gesellschaft zusätzlich einen arbeitsfreien kirchlichen Feiertag zuzubilligen ergäbe wohl keinen Sinn und wäre religiös auch nicht argumentierbar. Denn wie viele Katholiken würden den zusätzlichen arbeitsfreien Tag zum Besuch einer Kirche verwenden oder diesen Tag im Sinne der Kirche würdig begehen? Freuen würden sich vor allem die Muslime im Land, deren Glaubensbrüder bis heute Menschen steinigen und kreuzigen, von uns Christen einen weiteren freien Tag geschenkt zu bekommen.

30 politische Silberlinge für Verrat 

Es ist bezeichnend für unsere Zeit, dass ein gesellschaftlich-religiöser Grundkonsens von Personen und Institutionen in Frage gestellt werden kann, die mit Glauben und Religion nichts am Hut haben, sondern nur aus rein egoistischen oder parteitaktischen Motiven handeln. Für das Wechseln von politischem Kleingeld ist ihnen nichts zu heilig. Im religiösen Kontext könnte man dieses Wechseln von politischem Kleingeld mit jenen 30 Silberlingen vergleichen, die Judas Ischariot für den Verrat an Jesus Christus erhalten haben soll. Denn die gesamte von sozialistischen Gewerkschaftern und  Arbeiterkammer vom Zaun gebrochene Neiddebatte um einen Feiertag ist nichts anderes als ein Verrat an einem gesellschaftlichen Grundkonsens, der das Land zusammenhält, aber auch an den religiösen Gefühlen jener, für die der Karfreitag und die Kreuzigung von Jesus Christus tatsächlich von Bedeutung sind.

Kläger schuld an Karfreitags-Schlamassel

Fakt ist, entgegen dem Geschrei sozialistischer Gewerkschafter, dass 96 Prozent der Bevölkerung mit der neuen Feiertagsregelung nichts weggenommen wurde. Jene Protestanten jedoch, die ihren arbeitsfreien Karfreitag bisher zum Besuch eines Gottesdienstes genutzt hatten, dürfen sich bei all jenen bedanken, die Klage beim Europäischen Gerichtshof eingebracht haben. Denn falls sie auch dieses Jahr vormittags zur Kirche gehen wollen, müssen sie nun einen Urlaubstag nehmen.

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