Das Fell des Bären wird verteilt: Maria Vassilakou tritt im Juni als Vizebürgermeistern ab. Doch ihr Schatten ist lang.

Foto: Bild: Guenther Z / Wikimedia (CC BY 3.0)
Letzte Bastion der Grünen: Vassilakous Erben bringen sich in Wien in Stellung

Bis spätestens Juli wollte Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou ihr Amt abgeben, nachdem sie wegen der Klientelpolitik im Verkehrsbereich und Prestigeprojekten wie dem Heumarkt-Turm öffentlich umstritten und ihr Mentor, Ex-Bürgermeister Michael Häupl, in Pension gegangen ist. Auch innerparteilich hatte die Spesenkönigin verloren, als sie ihren Wunschnachfolger beim Landesparteitag nicht durchbrachte.

Aber Vassilakou sitzt ihr Amt bis zum letzten Tag aus: Erst Ende Juni wird sie als Vizebürgermeisterin abtreten. Erst dann wird ihr die neue Wiener Parteiobfrau, Birgit Hebein, folgen können.

Neue Sozial- und Familiensprecherin

Doch schon zuvor kommt die Neubauer Bezirksrätin Ursula Berner zum Zug. Sie tritt das Gemeinderatsmandat von Christoph Chorherr an und wird Sozial- und Familiensprecherin. Für Berner ist Sozialpolitik “wichtiger denn je”. Und diese versteht sie vor allem als Kampf um die Mindestsicherung. Die wirtschaftlichen Probleme der Arbeitnehmer und Gewerbetreibenden, also der (noch) breiten Masse, interessieren sie offenbar weniger. Dazu passt dann auch, dass sie sich für den Ausbau der Unterstützung für Kinder in Krisensituationen einsetzen will.

Berner war zuletzt Bezirksrätin im siebten Wiener Gemeindebezirk, Journalistin und leitet das Bezirksmuseum Neubau. Bis 2018 arbeitete sie parallel dazu im grünen Parlamentsklub und ist zudem Vorstandsmitglied der Grünen-Bildungswerkstatt im Bund. Parteikollegen beschreiben Berner als “typische Realo”, also weniger stark links indoktriniert als andere.

Dinosaurier tritt ab

Der scheidende Christoph Chorherr gehört zu den Dinosauriern bei den Grünen. Obwohl die Partei dereinst damit auf Wählerfang ging, dass ihre Mandatare keine Sesselkleber wären, verbrachte Chorherr fast die Hälfte seines Lebens als Gemeinderat, nämlich 27 Jahre mit fetten Bezügen.

Seine Funktion als Wohn-, Stadtplanungs- und Energiesprecher übernimmt Gemeinderat Peter Kraus, Vassilakous Zögling und Ex-Bürochef. Der Sprecher der “Grünen Andersrum” Wien, der Gruppe schwuler, lesbischer, bisexueller und Transgender-Grünen, und Wunschkandidat des Parteiestablishments war im Kampf um die grüne Spitze in Wien Hebein unterlegen.

Vassilakous Schatten

Vassilakous Schatten wirkt also fort. Er könnte noch länger werden, denn sie möchte erst im Juni bekannt geben, ob sie als Abgeordnete in den Gemeinderat zurückgeht oder aus dem Rathaus endgültig ausscheidet. Darauf hoffen nicht nur die Wiener, sondern das gilt auch Grün-intern als wahrscheinlich.

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