Des Hackers neue Kleider: Das Wilhelminenspital wird ab 1. Jänner 2020 zur „Klinik Ottakring“ – leider nur am Papier.

Foto: Bild: GuentherZ / wikimedia.org (CC-BY-3.0-migrated)
Peter Hackers neuester Streich: Wiens Spitäler sollen ab 2020 neue Namen erhalten

Jetzt bekommen die Wiener endlich gleich mehrere neue Spitäler auf einen Schlag – allerdings nur am Papier. Der neueste Streich von Gesundheits-Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) sieht nämlich nicht nur eine Umbenennung des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) vor, sondern auch eine Neu-Benamsung aller Spitäler und Pflegewohnhäuser der Stadt schon per 1. Jänner 2020. Nur das AKH behält aufgrund seiner internationalen Reputation seinen Namen. Was der Spaß kosten soll, verriet Hacker bisher genauso wenig wie den tieferen Sinn hinter der Aktion.

Keine nachvollziehbaren Gründe für die Aktion bekannt

Anlass zur Umbenennung des KAV ist die Umwandlung zu einer neuen Rechtsform im „Wiener Gesundheitsverbund“, kurz WiGev. Warum im Zuge dessen auch die Spitäler mit hohem Aufwand neue Namen nach den Bezirken, in denen sie stehen, erhalten, erklärte Hacker nicht sehr präzise: Er finde es „besser“, wie er der Presse verriet. Einzig zum skandalgebeutelten Krankenhaus Nord erklärte er, dass er dessen bisherigen Namen „nie prickelnd“ gefunden habe. Was an der künftigen Bezeichnung „Klinik Floridsdorf“ so prickelnd ist, möge der Leser selbst beurteilen.

Otto-Wagner-Spital wird zur „Klinik Penzing“

Dem entsprechend werden das Wilhelminenspital zur „Klinik Ottakring“, das SMZ-Ost zur „Klinik Donaustadt“, das Krankenhaus Hietzing zur „Klinik Hietzing“, das Kaiser-Franz-Josef-Spital zur „Klinik Favoriten“, das Otto-Wagner-Spital zur „Klinik Penzing“ und die Rudolfstiftung zur „Klinik Landstraße“. Ähnlich ist es bei den insgesamt neun Pflegeheimen der Stadt Wien, sie heißen künftig nicht mehr beispielsweise „Pflegewohnhaus Baumgarten mit sozialmedizinischer Betreuung“ sondern nur noch „Pflege Baumgarten“.

Ärztekammer verärgert: „Wir haben dringendere Probleme“

Abgesehen von der Rathaus-Opposition ist auch die Wiener Ärztekammer keineswegs angetan von dieser Maßnahme. In einem aktuellen Rundschreiben an ihre Mitglieder heißt es wörtlich:

Ganz abgesehen davon, dass eine groß angelegte Mitarbeiterbefragung vor etwas mehr als einem Jahr ein anderes Ergebnis gebracht hatte, mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KAV den neuen Namen nun aus der Zeitung erfahren. Die Kurie angestellte Ärzte geht davon aus, dass diese überflüssige Umbenennung obendrein sehr viel Geld kosten wird, denn dazu gehört eine neue Beschilderung, eine EDV-Umgestaltung – schlichtweg ein komplettes Re-Branding eines ca. 30.000 Mitarbeiter-Konzerns. Dieses Geld hätte unserer Ansicht nach wesentlich besser und sinnvoller eingesetzt werden können. Es gäbe im KAV wahrlich wesentlich dringendere Probleme zu lösen, wie etwa den eklatanten Personalmangel und die schlechten Arbeitsbedingungen – wie auch Gesundheitsstadtrat Peter Hacker wissen sollte.

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