Die Roten in Wien leben nur noch in ihrer Geschichte (Bild: Karl-Marx-Hof) – für Gegenwart und Zukunft haben sie nichts mehr zu bieten.

Foto: Bild: Dreizung / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0,)
Eitle Rote feiern nur sich selbst: Abgesang auf 100 Jahre „Rotes Wien“ 1919 bis 2019

Götterdämmerung herrscht offensichtlich allerorts in der österreichischen Sozialdemokratie. Nach den verlorenen Nationalratswahlen 2017 und der damit verbundenen Entfernung aus der österreichischen Bundesregierung leckt die SPÖ immer noch ihre Wunden und schwelgt in ideologischer Nostalgie. Die rot-grün geführte Bundeshauptstadt Wien veranstaltet jetzt gar einen Abgesang auf „100 Jahre Rotes Wien 1919-2019“:

Was für New York der „Melting Pot“ und Ellis Island sind, ist für Wien die Zeit des „Roten Wien“ – ein Gründungsmythos, der bis heute nachwirkt und die DNA der Stadt prägt – NYC und Wien, beides sind Städte der Möglichkeiten. Wien feiert 100 Jahre „Rotes Wien“ mit Veranstaltungsreihen, Ausstellungen, Specials im „Wien Geschichte Wiki“ und einer eigenen Homepage. Erste Veranstaltungen und Details rund um die Jubiläums-Feiern haben Bürgermeister Michael Ludwig und Landtagspräsident Ernst Woller heute, Dienstag, am Rande einer Pressekonferenz vorgestellt.

„Das ,Rote Wien‘ ist eine Erfolgsgeschichte, die wir heute fortsetzen“, sagte Bürgermeister Ludwig. „Die Zeit des Roten Wien hat viele positive Errungenschaften gebracht, die Wien zur lebenswertesten Stadt der Welt machen. Dafür ist Wien weltweit bekannt und beneidet.“

„Das ,Rote Wien‘ ist eine starke Marke, die – wie die ,Wiener Morderne‘ – international bekannt und anerkannt ist. Das Rote Wien ist kein Museum, sondern die Basis für die großartige Stadt, in der wir heute leben und auf die ihre dynamische Entwicklung aufbaut“, sagt Landtagspräsident Ernst Woller, Koordinator für das Jubiläumsprogramm zu 100 Jahre „Rotes Wien“.

Totalitäres Geschichtsverständnis: Nur die Roten haben etwas in Wien gemacht

Geradezu ein totalitäres Geschichtsverständnis legen die Sozialdemokraten als Initiatoren an den Tage, denn in ihrem verkürzten geschichtlichen Selbstverständnis haben nur die Roten etwas in Wien gemacht:

Am 4. und 5. Mai 2019, zum hundertsten Jahrestag der Wahlen, werden wichtige Orte, Infrastruktur-Einrichtungen und Institutionen des Roten Wien gewürdigt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die ihren Ursprung in der Zeit des „Roten Wien“ haben und die Grundlage für die Lebensqualität in der „lebenswertesten Stadt der Welt“ bilden.

Im Rahmen der Tage des Roten Wien werden interessierte Wienerinnen und Wiener und Gäste der Bundeshauptstadt eingeladen, insgesamt 15 bedeutende Wiener Institutionen, die zum Großteil in der Ära des Roten Wien entstanden sind, zu besuchen und deren Geschichte, aber auch deren gegenwärtige Nutzung kennen zu lernen. An beiden Tagen werden kostenlose Führungen durch die Gebäude angeboten.

Dabei bleibt die spannende Frage bei den Kommentatoren der österreichischen Innenpolitik, die sich eigentlich nur darüber unterhalten, ob Pamela Rendi-Wagner das Ende des Jubiläumsjahres 2019 noch als SPÖ-Parteivorsitzende erleben wird.

Wie lange noch ist Wien rot?

Ebenso fraglich erscheint, ob Bürgermeister Michael Ludwig und seine neue Mannschaft die Aufarbeitung der diversen jüngeren Skandale (KH Nord, Verkauf gemeinnütziger Wohnbaugenossenschaften, Mindestsicherung und Gemeindewohnung für IS-Terroristen, wachsender Schuldenberg, etc.) überleben – immerhin stehen im nächsten Jahr wieder Wahlen im noch „Roten Wien“ an…

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