EU plant vollautomatische Bürgerüberwachung

Im gleichen Maße, wie die wirtschaftliche Stabilität der EU zu schwanken beginnt, steigen auch deren Bemühungen um „Terrorabwehr“ und „Bürgerschutz“ – meist Synonyme für verstärkte Überwachung und Kontrolle. Dabei werden große Geschütze aufgefahren: Das EU-weite Forschungsprojekt INDECT befasst sich mit der Automatisierung der vorhandenen Überwachungssysteme durch Computerunterstützung. Die bereits vorhandenen Systeme sollen dabei vernetzt, zentral kontrolliert und effektiver ausgewertet werden. Elf Millionen Euro stecken in der Aktion – mehr als 40.000 davon kommen aus Österreich.

Es gibt bereits so viele Überwachungskameras, dass die Kontrolle der Aufnahmen durch Personal ein Problemdarstellt. Durch INDECT wird die manuelle Überwachung jedoch zur Vergangenheit: Eine spezielle Software soll in den Kameraaufnahmen „verdächtige Verhaltensweisen“ anhand von Bewegungen oder Stimmlagen automatisch erkennen. Auch auf das Internet hat das Programm Zugriff und kann automatisch soziale Netzwerke, Foren und Blogs nach verdächtigen Äußerungen durchsuchen. Die Vernetzung mit den Datenbanken der Behörden erlaubt eine Echtzeit-Recherche nach den Daten der erfassten Verdächtigen. Teil des Projektes sind auch unbemannte, vernetzte Drohnen, die – mit einer Kamera bestückt – ferngesteuert durch die Städte schweben und live Menschenmengen überwachen können.

Erste Prototypen des Systems sollen während der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und in der Ukraine getestet werden. Sportveranstaltungen bieten eine gute Umgebung, um verdächtige oder gefährliche Verhaltensweisen in einer Menschenmenge zu dedektieren: Geplant ist beispielsweise, die Fan-Gesänge der Masse aufzuzeichnen und auf bedrohliche Stimmlagen zu analysieren.

Hat das Projekt Erfolg, so warnen Kritiker, finanziert die EU damit einen vollkommene Überwachung des gesamten Volkes: Jeder Mensch, der sich in freiem Gelände bewegt, würde vom System erfasst und durchgehend beobachtet werden. Gemeinsam mit der Überwachung der Online-Aktivitäten wäre das Verhalten eines jeden Bürgers wie in einem offenen Buch aufgezeichnet. Zeigen diese Maßnahmen, wie groß die inneren „Gefahren“ sind, die die EU in den nächsten Jahren auf sich zukommen sieht?

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