Obszön und pornographisch: Ernst Jandls „Futoper“

Ernst-Jandl-Show im Wien Museum

Der Kunst sind keine Grenzen gesetzt. Schon gar nicht unter der rot-grünen Stadtregierung in Wien. Da darf ein Theater zum Mord an HC Strache aufrufen, da wird ernsthaft darüber diskutiert, das Denkmal des früheren Bürgermeisters von Wien, Dr. Karl Lueger, in rechte Schieflage zu bringen, da darf der bizarre Berufs-Scherzbold Dirk Stermann im ORF auf Steuerzahlerkosten primitive wie geschmacklose Judenwitze machen, und jetzt gibt es im Wien Museum auf dem Karlsplatz auch noch die Ernst-Jandl-Show.

Ernst-Jandl-Show im Wien MuseumErnst Jandl (1925-2000) wird als populärster österreichischer Lyriker nach 1945 bezeichnet. Der breiten Öffentlichkeit ist der Wiener Deutschlehrer, nach dem in Wien-Donaustadt ein Weg, in Wien-Wieden ein Park benannt ist und der auf dem Wiener Zentralfriedhof ein Ehrengrab hat, erst durch die Late-Night-Show von Harald Schmidt in der ARD wieder in Erinnerung gerufen worden. Der Entertainer machte sich speziell über die so genannte „Futoper“ des Österreichers lustig: "Außerdem kommt ein Chor vor, dadurch ist es eindeutig Kunst … Wecken Sie jetzt Ihre Kinder auf…" Dann spielte Schmidt das Video ab, in dem Ernst Jandl seine Futoper selbst vorlas, wie z.B.: "Hat auch Christus so geschmeckt, fragt die Nonne, wenn sie leckt", eine Lehrerin lässt er sagen: "Seit heute lieb und gut, dann zeig ich euch die Fut".

"Er klang wie Hitler"

In der Ausstellung im Wien Museum, die gemeinsam mit dem Ludwig Bolzmann Institut und der Österreichischen Nationalbibliothek durchgeführt wird, ist von einem genialen Auftrittskünstler die Rede. Tatsächlich brachte der Lautdichter 1965 in der Royal Albert Hall 7000 vor allem junge Menschen zum Jubeln. Sie applaudierten dem Männchen mit der runden Brille und dem spärlichen Haar, das so gar nicht aussah wie ein Star. Zitat dazu aus der Tageszeitung "Die Presse": "Das tat Hitler auch nicht, der mit seiner Stimme die Massen bezwang. Und manche britische Zuhörer meinten beim Auftritt Ernst Jandls in London tatsächlich Hitlers Stimme zu hören, erzählt der Literaturwissenschaftler Bernhard Fetz, bis sie verstanden, dass hier einer die NS-Sprechfratze aufsetzte, nur um sie unvergleichlich bloßzustellen – mit Wörtern und doch ohne Worte".

Freie Kunst mit öffentlichen Geldern

Wer aber solche Gedichte wie die Futoper macht, den kann der Betrachter als pornografisch oder obszön beschreiben. Im Wien Museum machen die Ausstellungsmacher diesem Jandl-Image alle Ehre. In einem Video wird gezeigt, wie aus einem Hosenschlitz Eier herauskommen und auf einer Wand steht zu lesen: "Ich klebe an Gott dem allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und alles Verderbnis und an seinen in diese Scheiße hineingeborenen Sohn…" Wie gesagt: Der Kunst sind keine Grenzen gesetzt. Und speziell in Wien stört es wenig, wenn die Katholiken in den Dreck gezogen werden. Mit öffentlichen Steuergeldern versteht sich.

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