Otto Rösch, stehend hinter Bundeskanzler Bruno Kreisky, bei der Angelobung der Bundesregierung Kreisky 1 (1970).

Bild: Votava (SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC-BY-SA-2.0)
Rotes Österreich: Ehemaliger SPÖ-Innenminister Rösch als Neonazi angeklagt

Aktuell schwingt die österreichische Sozialdemokratie wieder die antifaschistische Keule, um von ihrem eigenen aktuellen aber auch historischen Versagen abzulenken. Dabei hatte sie sogar spätere Innenminister in ihren Reihen, die nach 1945 als Neonazi auf der Anklagebank saßen. Wieder einmal ist die FPÖ der auserwählte Gegner, um gemeinsam mit linken Systemmedien Patriotismus und Heimattreue ins Schmuddeleck zu stellen und zu kriminalisieren. Dabei vergessen Pamela Rendi-Wagner und Genossen, dass gerade die SPÖ nach 1945 über Jahrzehnte hinweg einen personellen Paarlauf mit ehemaligen NSDAP-Mitgliedern gemacht hat.

Otto Rösch: Zuerst Nazi, dann Sozi in Österreich

Ein Beispiel ist Ex-Innenminister Otto Rösch. Rösch, vor 1938 Mitglied des illegalen NS-Soldatenrings, dann NSDAP-Mitglied mir der Mitgliedsnummer 8 595 796 und während des Krieges Lehrer an der NS-Eliteschule „Nationalpolitische Erziehungsanstalt Traiskirchen“ (Napola) wurden 1947 wegen neonazistischer Wiederbetätigung verhaftet und ein Strafverfahren eröffnet.

Erst 1949 wurde er in einem Strafprozess von den Vorwürfen des mutmaßlichen Neonazismus freigesprochen. Sein Mitangeklagter Theodor Soucek fasste 14 Jahre Haft aus. Dieser gratulierte ihm 1959 zur Bestellung als Staatssekretär im Verteidigungsministerium, wofür er sich laut Nachrichtenmagazin Spiegel bei seinem Ex-Mitstreiter schön brav bedankte.

Rösch: Freigesprochener mutmaßlicher Neonazi als Innenminister

Nach seinem Freispruch als mutmaßlicher Neonazi ging die Karriere in der SPÖ als neuer politischer Heimat mit Riesenschritten voran. Bereits 1951 wurde SPÖ-Mitglied Rösch Bundesrat, von 1953 bis 1959 war er Mitglied des Steiermärkischen Landtags, anschließend 1959 bis 1966 Staatssekretär im Bundesministerium für Landesverteidigung. Es folgte 1966 der Ruf in die Niederösterreichische Landesregierung als SPÖ-Landesrat. Von 1971 bis 1983 hatte Rösch ein Nationalratsmandat auf einem SPÖ-Ticket inne.

Im Jahr 1970 folgte der Ruf von SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky an Rösch, als Innenminister in die Minderheitsregierung einzutreten. Dieses Amt hatte Rösch bis 1977 inne, um 1977 bis 1983 das Verteidigungsministerium als roter Ressortchef zu übernehmen.

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