Reporter ohne Schamgrenzen: So werden Attacken auf die Pressefreiheit herbeigeschrieben | Unzensuriert.at

Reporter ohne Schamgrenzen: So werden Attacken auf die Pressefreiheit herbeigeschrieben

Für die "Reporter ohne Grenzen" (im Bild die geschäftsführende Präsidentin Rubina Möhring) kennt anscheinend auch die Pressefreiheit keine Grenzen. Foto: Parlamentsdirektion / Carina Ott
Für die "Reporter ohne Grenzen" (im Bild die geschäftsführende Präsidentin Rubina Möhring) kennt anscheinend auch die Pressefreiheit keine Grenzen.
Foto: Parlamentsdirektion / Carina Ott
19. April 2019 - 13:27

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Fernsehen, Radio und Zeitungen spielten am Gründonnerstag eine bedrohliche Nachricht auf und ab: Die Pressefreiheit in Österreich habe sich „alarmierend verschlechtert“, heißt es etwa im Standard. Von Platz elf auf Platz 16 sei unsere Heimat „abgestürzt“. Grundlage für die Berichte ist die Einschätzung der Organisation „Reporter ohne Grenzen“, in der die türkis-blaue Regierung für die offensichtlich härter werdenden Zeiten für Medienschaffende verantwortlich gemacht wird . Von „direkten Angriffen auf Medien“ ist da die Rede und von der „Angst vor persönlichen Angriffen“, die Journalisten zur „Selbstzensur“ anhalte.

Ein Satz voller Falschbehauptungen

Wie unsauber die laut Eigendefinition „regierungsunabhängige Menschenrechtsorganisation“ Reporter ohne Grenzen dabei vorgeht, zeigt folgender Satz in gleich mehrfacher Weise:

Innenminister Herbert Kickl von der FPÖ etwa richtete in einem Schreiben an die Polizei die Weisung, „kritische Medien“ von Informationen fernzuhalten und nannte die „kritischen Medien“ sogar namentlich.

Denn alles, was nach „Innenminister Herbert Kickl von der FPÖ“ kommt, ist falsch:

  1. Das Schreiben verfasste nicht er, sondern der Pressesprecher des Ministeriums
  2. Es ging nicht an „die Polizei“, sondern an die Presseverantwortlichen der Landespolizeidirektionen.
  3. Es war keine Weisung, weil der Schreiber den Adressaten gegenüber nicht weisungsbefugt war.
  4. Es wurde nicht empfohlen „kritische Medien“ von Informationen fernzuhalten, sondern „die Kommunikation mit ihnen auf das nötigste (rechtlich vorgesehene) Maß zu beschränken“.
  5. Innenminister Kickl führte mit dem Verfasser des Schreibens ein klärendes Gespräch und erklärte die Pressefreiheit für „unantastbar“.

All das ist Österreichs Medien bestens bekannt, berichteten sie doch schon  im September 2018 wochenlang über diese auch damals schon skurril aufgebauschte Angelegenheit. Dennoch zitierten sie jetzt unreflektiert den völlig tatsachenwidrigen Satz von „Reporter ohne Grenzen“.

Die Presse ist frei… und immer öfter sogar frei von Fakten

Ob die Presse in Österreich immer noch so frei ist, wie vor einem Jahr, vermag unzensuriert.at nicht zu beurteilen. Frei von Fakten ist die Berichterstattung jedenfalls immer öfter.

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