Eine Explosionsserie erschüttert am Ostersonntag Sri Lanka (Symbolfoto).

Bild: pixabay
Anschlagserie auf Sri Lanka am Ostersonntag auf Kirchen und Hotels – mindestens 359 Tote

Während der Ostergottesdienste hatten sich auf Sri Lanka in einigen Kirchen und Hotels binnen einer halben Stunde mehrere verheerende Explosionen ereignet. Drei gab es während der Ostermessen in verschiedenen katholischen Kirchen des Landes, drei weitere in Luxushotels in der Hauptstadt Colombo. Mindestens 64 Menschen wurden laut dem Polizeivertreter bei Explosionen in den Luxushotels und einer Kirche in Colombo getötet. Mindestens 67 weitere starben in einer Kirche des nahe von Colombo gelegenen Badeortes Negombo. 25 weitere wurden in einer Kirche in Batticaloa im Osten des Landes getötet. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schweben in Lebensgefahr. Unter den Todesopfern befinden sich auch mindestens 35 ausländische Staatsangehörige. 

Update v. 30.04.2019   13:00 Uhr

die US-Botschaft warnt vor weiteren Anschlägen in Sri Lanka, da Mitglieder der für die Oster-Anschläge verantwortlichen Extremistengruppe noch immer auf der Flucht seien. Dennoch finden wieder die ersten Sonntagsmessen statt.

Update v. 29.04.2019   14:00 Uhr

Sri Lanka verbietet aufgrund der Anschläge aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres das Tragen von Gesichtsschleiern.

Update v. 27.04.2019   14:00 Uhr

Die Gefahr, dass es zu neuen Anschlägen auf dem Inselstaat kommen könnte, sei noch immer nicht gebannt. Die Polizei warnt vor weiteren Anschlägen, vor allem auf religiöse Ziele. So wurden nahe einem Bahnhof in der Hauptstadt Colombo drei Männer festgenommen, bei denen ein Kilogramm Sprengstoff gefunden wurde. In der Ortschaft Sammanthurai, etwa 360 Kilometer östlich von Colombo gelegen, wurden sieben junge Muslime bei einer Razzia festgenommen. Großangelegte Suchen finden derzeit vor allem in von Muslimen bewohnten Regionen statt. Am Samstagvormittag (Ortszeit) hätten Sicherheitskräfte auch ein Versteck von IS-Verbündeten in der Stadt Kalmunai gestürmt. Dabei wurden vier Islamisten getötet, drei weitere konnten verletzt entkommen. Ein in die Schusslinie geratener Zivilist sei ebenfalls getötet worden.

Update v. 26.04.2019   23:00 Uhr

Wie Sicherheitskräfte melden, hätten sie ein Versteck von Verdächtigen gestürmt und dort nach einem Schusswechsel mehrere Extremisten getötet. Während Hausdurchsuchungen soll es außerdem drei Explosionen in einem polizeiumstellten Haus gegeben haben. Später fanden die Einsatzkräfte im Inneren des Hauses 15 Leichen, darunter die von sechs Kindern, teilte ein
Polizeisprecher mit.

Update v. 25.04.2019  12:10 Uhr

Wie die „New York Times“, die Nachrichtenagentur Reuters sowie indische Medien berichten, sollen zwei der Attentäter Söhne des angesehenen Geschäftsmanns Yusuf I., einer der reichsten Gewürzhändler des Landes, sein. Sein 33-jähriger Sohn Inshaf I., war Besitzer einer Kupferfabrik, der zweite Sohn, der sich ebenfalls in die Luft jagte, war sein jüngerer Bruder Inshaf I..
Anmerkung: Einmal mehr zeigt sich, dass die Ursachen der „strenggläubigen“ Opferbereitschaft keineswegs, wie vielfach behauptet wird, nur auf soziale Ausweglosigkeit einzelner Muslime zurückzuführen ist. Auch Bin Laden war Multimillionär und die letzten Messerkiller in Deutschland waren teilweise gut versorgte „Schutzsuchende“. Was mag wohl der Grund ihres Handelns sein?

Update v. 24.04.2019

  • Die die Zahl der Todesopfer und liegt nach Polizeiangaben vom Mittwoch (24.04.2019) nun bei 359.
  • Die meisten der Attentäter seien gebildet gewesen und hätten der oberen Mittelschicht angehört, sagt Sri Lankas Vize-Verteidigungsminister.
  • IS beansprucht Anschläge für sich. Die Extremistengruppe veröffentlichte ein Video, in dem von einer Vergeltung für das Massaker von Christchurch die Rede ist.

Aktuelle Nachrichten direkt aus Sri Lanka und Video eines Attentäters vor und bei Betreten einer der Kirchen: Update v. 23.04.2019

  • Die Zahl der Anschlagsopfer (Stand 22. April) ist laut der Agentur AfP auf290 gestiegen. Mehr als 500 weitere Menschen sind bei der Serie von Explosionen verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher heute Montag.  Zuvor war noch von 215 Toten die Rede gewesen.

Selbstmordattentäter waren Moslems

Der Großteil der koordinierten Attacken (mindestens acht) wurde laut Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene von Selbstmordattentätern verübt. Zuletzt traf es auch ein Krankenhaus in Dematagoda. Mittlerweile wurden einige der Attentäter von der srilankischen Polizei identifiziert. Es handelte sich um die Terroristen Zahran Hashim, Abu Mohammed und Mohamed Azzam Mohamed, wie die indische Nachrichtenseite News18 berichtet. Ebenfalls als einer der Selbstmordattentäter identifiziert wurde der islamische Hassprediger und Imam Moulvi Zahran Hashim. Er soll auf YouTube zahlreiche Videos mit radikalen Inhalten verbreitet haben, wurde dafür scheinbar aber nie von der Plattform gesperrt.

Wie der Manager eines der betroffenen Hotels berichtete, checkte einer der Terroristen am Vortag ein und zündete die Bombe an seinem Körper während des Frühstücks am Buffet, als die meisten Menschen im Speisesaal versammelt waren. 

In Sri Lanka sind weniger als 10 Prozent der Bevölkerung moslemischen Glaubens, während Hindus circa 12 Prozent und Christen 7 Prozent ausmachen. Die Mehrheit der Bevölkerung ist buddhistischen Glaubens. 

Update v. 22.04.2019   11:00 Uhr

„Lokale Terrorgruppen“ mir Unterstützung eines internationalen Netzwerkes hinter Anschlägen gab der  Regierungssprecher Rajitha Senaratne bekannt.

Warnungen bereits vor zehn Tagen

Zehn Tage zuvor hatte Sri Lankas Polizeichef Pujuth Jayasundara vor möglichen Selbstmordanschlägen auf Kirchen und auf das indische Hochkommissariat durch die radikalislamische Gruppe NTJ (National Thowheeth Jama’ath) gewarnt. NTJ ist im Norden des Landes aktiv und rekrutiert vor allem ehemalige ISIS Kämpfer aus Syrien. Jayasundara berief sich dabei auf Informationen eines „ausländischen Geheimdienstes“. Unterdessen sind die Verantwortlichen für die Anschlagsserie nach Angaben des Verteidigungsministers identifiziert worden. Er sprach bei einer Pressekonferenz am Sonntag von einem „terroristischen Vorfall“ und von „extremistischen Gruppen“.

Gewalttätige religiöse Konflikte sind auf der 20 Millionen Einwohner-Insel südlich von Indien eher nicht üblich – mehr als 70 Prozent der Bevölkerung gehört zu den Buddhisten, 12,6 Prozent zu den Hindus, weniger als zehn Prozent sind Moslems und 7,4 Prozent Christen.

Reisekonzerne bieten kulante Stornomöglichkeit an

Reisekonzerne sagten zu, mit Stornoanfragen kulant umzugehen. Thomas Cook lässt „im Moment kostenlose Stornierungen für ganz Sri Lanka für alle Abreisen bis inklusive 23. April 2019 zu“, teilt eine Konzernsprecherin mit, auch Rückreisewünsche von der Insel selbst würde man kulant behandeln. Tui erklärte ebenfalls, Stornoanfragen „maximal kulant“ zu behandeln.

Auswärtiges Amt richtet Hotline für Angehörige deutscher Touristen ein

Die deutsche Botschaft in Sri Lanka steht nach Angaben von Außenminister Heiko Maas mit den lokalen Behörden in Kontakt und bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob auch Deutsche betroffen sind. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Besorgte Angehörige können sich unter 030-50000 melden.

Update 23.04.19
An einer Bushaltestelle der Hauptstadt Colombo wurden fast 90 Zünder für Bomben entdeckt. In der Nähe einer Kirche, die gestern Ziel der Anschläge war, kam es zur Explosion, als Polizisten versuchten, einen Sprengsatz zu entschärfen. Derzeit laufen auf der ganzen Insel Durchsuchungen, um mögliche weitere Anschläge zu verhindern, berichtet deutschlandfunk.de

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

Copy link