Als ob die Bundeswehr keine anderen Sorgen hätte: Die jahrelang vernachlässigte Truppe muss sich mit bürokratischem Regulierungswahn herumschlagen.

Bild: w?odi / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Totaler Regulierungswahn in der Bundeswehr: Sogar Fahrrad-Klingelton wird vorgegeben

In einem neuen Dokument wird deutlich, wie die ausgezehrte Deutsche Bundeswehr an unnötiger Überregulierung und Bürokratisierung leidet. In Ausschreibungen, unter anderem für Fahrräder, werden sogar Dinge wie die Lautstärke der Klingel vorgegeben.

Modernisierung der Streitkräfte geht nur schleppend voran

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bemüht sich zwar, die jahrelang vernachlässigte Bundeswehr endlich mit dringend benötigtem neuem Gerät auszurüsten. Neben Panzern und Flugzeugen gibt es jedoch auch zahlreiche auf den ersten Blick ungewöhnliche Dinge, die auf ihrer Einkaufsliste stehen. So auch 500 Fahrräder. Die können in einer Armee durchaus nützlich sein, etwa, um in großen Kasernen schnell Entfernungen zu überwinden, und werden von vielen Streitkräften dieser Welt seit vielen Jahrzehnten genutzt. Das Interessante dabei sind jedoch bei näherem Betrachten die Auflagen, die diese Fahrräder erfüllen müssen.

Der Klingelton muss „helltönend“ sein

So berichtet „Die Welt“ wie folgt:

Auf sieben Seiten ist alles haarklein aufgelistet. Selbst der Klingelton wird mit „helltönend“ vorgeschrieben, die Farbe des Rahmens „Mattes Schwarz; ofengetrocknet“, die Speichenstärke „mindestens 2 Millimeter“, der Tourensattel „gefedert“ oder die „Lenkergriffe Gummi schwarz mit ausgeprägten Fingernoppen“. [.] Insgesamt umfasst der Forderungskatalog 60 Punkte.

Soldaten sind die Opfer des Regulierungswahns

Was sich bei Fahrrädern noch amüsant anhört, wird jedoch bei schwerem Gerät zum Albtraum für Armeeangehörige. So beklagt ein Soldat, der anonym bleiben möchte, auf Nachfrage von unzensuriert.de:

Die Bundeswehr erdrückt sich selbst seit Jahren in einem Regulierungswahn. Gerade Neuentwicklungen wie der Puma sollen alles können und müssen Anforderungen erfüllen, welche mit dem eigentlichen Zweck des Geräts nichts mehr zu tun haben. Viele von uns haben das Gefühl, dass es dem Dienstherrn wichtiger ist, dass das Kriegsgerät für Schwangere geeignet ist, als dass es auch im Gefecht standhält.

Die Sicht des Soldaten wird durch eine weitere Anforderung am Beispiel der Fahrräder sichtbar: Es dürfen seit einigen Jahren ausdrücklich nur noch „Unisex“ Fahrräder bestellt werden…

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