HC Strache zieht die Konsequenzen aus dem kompromittierenden Video. Wer wohl hinter dessen Veröffentlichung steckt?

Bild: Gregor Tatschl / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Kurz vor der EU-Wahl: In petto gehaltenes Video zwingt Strache zum Rücktritt

Es riecht nach einem Silberstein-Coup: Da gibt sich eine Dame als russische Oligarchen-Nichte aus und erklärt, der FPÖ mit einer Viertelmilliarde Euro im Wahlkampf 2017 helfen zu wollen. Ungeschickt und urlaubsseelig erkennen HC Strache und Johann Gudenus die Inszenierung nicht und tappen in die ausgesprochen perfide Falle.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Just kurz vor einer entscheidenden Wahl, der EU-Wahl, die einen Richtungsumschwung in Europa einleiten könnte, just jetzt wird das kompromittierte Video über den Umweg des bundesdeutschen Nachrichtenmagazins Der Spiegel und der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Man kann damit nämlich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und die AfD mit in den Sog reißen.

Nicht die erste Anpatz-Aktion diese Art

So werden auch Erinnerungen an die Waldheim-Intrige 1986 wieder wach. Damals hatte die SPÖ über den Umweg des Jewish World Congress in New York eine Kampagne gegen den ÖVP-Kandidaten für das Bundespräsidentenamt gezündet. Auch unzensuriert wurde 2017 zum Ziel einer ähnlichen Attacke, als sich eine vorgebliche deutsche Journalistin mit – wie sich später herausstellte – falscher E-Mail-Adresse und unter falschem Namen als potentielle Mitarbeiterin bewarb, das Bewerbungsgespräch heimlich aufzeichnete und danach versuchte, unser Medium damit anzupatzen.

Berufsdemonstrierer waren gut vorbereitet

Das derzeit kursierende Strache-Gudenus-Video wurde ebenfalls 2017 aufgenommen, aber erst gestern veröffentlicht. Trotzdem kleben in mehreren österreichischen Städten seit heute Früh Aufkleber mit „Jetzt reichts. Große Demo gegen die FPÖ“. Da war jemand offensichtlich sehr gut vorbereitet!

Respekt für Strache

Doch viele durchschauen das Spiel, sodass im Internet nicht überraschend laut „jetzt erst recht“ gerufen wird. Jetzt erst recht wollen viele der FPÖ ihre Wählerstimme am nächsten Sonntag geben.

Vizekanzler HC Strache zog hingegen die Konsequenzen, um weiteren Schaden zu verhindern. „Emotional angeschlagen“ entschuldigte er sich für seinen Fehler. Für ihn war es eine „b’soffene G’schicht“, doch habe er, wie auch aus dem Video hervorgeht, niemals die Gesetzeslage verlassen. Was daraus gemacht wurde, sei „an Niederträchtigkeit nicht zu überbieten.“

Strache bat alle, die er „in Misskredit gebracht“ habe, um Entschuldigung, allen voran seine Gattin. Respekt vor seiner Entschuldigung und Anerkennung für seine konsequente Haltung!

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