Mit dem Bruch der Koalition dürfte Bundeskanzler Kurz sein politisches Ende besiegelt haben. In Sozialen Medien wird er von allen Seiten kritisiert.

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Soziale Medien watschen Sebastian Kurz ab – Wird er zum „Kurz-Zeit-Kanzler“?

Der ÖVPler Sebastian Kurz, der Dank der FPÖ zum Bundeskanzler gewählt wurde, hat die Koalition einseitig beendet und eine Neuwahl ausgerufen. Auf Twitter wirbt er mit für ÖVP-Verhältnisse typischen Floskeln wie:

Nur, wenn die Volkspartei nach der Wahl die Möglichkeit hat, auch wirklich eindeutig den Ton anzugeben, können wir die Veränderung, die wir begonnen haben, auch fortsetzen!

Hat sich Kurz verrechnet?

Seine Allmachtsphantasien werden aber weder auf Twitter noch Facebook wohlwollend goutiert. Kurz wird eher regelrecht abgewatscht. Von linker Seite wird ihm vorgeworfen, dass er für die Situation hauptverantwortlich sei. Auch wird gefragt, wo die ÖVP ihre Spenden her habe. Auch Worte wie Scheinheiligkeit fallen.

Von anderer Seite wird Kurz vorgeworfen, dass er ein Verräter sei. Sein Koalitionsbruch wird massiv kritisiert. „Ausreden und weiterarbeiten, wäre die beste Lösung gewesen! Emotionen helfen uns nicht weiter!“, heißt es etwa auf Facebook. In einem anderen Beitrag heißt es: „Sie sind genauso ein Verräter dieser sehr guten Regierung. Das Land war auf einem guten Weg. Aber zuerst Kern und jetzt die Blauen abgeschossen. Obwohl die Schuldigen zurückgetreten sind. Aber jetzt erst recht FPÖ!“

Kein „Schüssel-Effekt“ für den türkisen Schmiedl

Dass es nun den „Schüssel-Effekt“ geben könnte, wie Journalisten oder Politikberater herbeibeschwören, lässt sich jedenfalls in den sozialen Medien nicht erkennen. Die Linken sind sauer und würden Kurz so oder so nicht wählen. Und jene, die FPÖ gewählt haben, werden ihn auch nicht wählen. Es sind jene Wähler, die wissen, dass die ÖVP in wesentlichen Fragen der Schmiedl ist und nicht der Schmied. Wesentliche freiheitliche Forderungen wurden über Jahre von der ÖVP negiert. Erst kurz vor der letzten Nationalratswahl hat Kurz gemerkt, dass es besser ist, auf freiheitliche Themen aufzuspringen und diese als türkise Mogelpackung verkauft.

Sein taktisch schwerer Fehler liegt jedenfalls darin, dass – egal wie die Neuwahl ausgehen wird – es eher unwahrscheinlich wird, dass er nochmals Bundeskanzler wird. Von der FPÖ braucht er sich für die zahlreichen Demütigungen keine Unterstützung erwarten. Zu erwarten ist wohl eher, dass Kurz als kürzester Bundeskanzler in der Geschichte der Zweiten Republik – als Kurz-Zeit-Kanzler – eingehen wird.

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