Hat Sebastian Kurz den Bogen überspannt? Sein inhaltliches Einvernehmen mit dem ehemaligen Grünen-Chef und Bundespräsidenten Van der Bellen zeigt die Neuausrichtung seiner Politik: nach links.

Bild: Bundesministerium für Äußeres / Wikimedia (CC BY 2.0)
Koalitionsende: Sogar die Mainstream-Medien sehen Kurz als „machtbesoffen“

Dass sich Sebastian Kurz zu Österreichs Alleinregenten aufschwang, weil sein politischer Partner über eine Sexfalle gestolpert war, missfällt immer mehr. Sogar die Zeitung Heute schreibt dazu:

Vielleicht hat der Innenminister die Bierkapsel gar nicht so weit neben das Ziel geschossen, als er euch „machtbesoffen“ genannt hat. Wer einen Herrenspitz hat, merkt das oft als Letzter.

Regierungsumbau Hand in Hand mit Van der Bellen

Kurz baut die Regierung mit Hilfe von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in ein durch und durch schwarzes Machtinstrument um. Van der Bellen und Kurz gehen „auch bei der Auswahl der Spitzenbeamten für die Leitung der plötzlich führungslosen blauen Ministerien nun de facto Hand in Hand“, schreibt der Kurier. Und die Presse:

Nun macht sich bezahlt, dass Kurz stets Wert auf einen guten Kontakt in die Hofburg gelegt hatte. Immer wieder weihte er den Präsidenten in seine Pläne ein und suchte dessen Rat in heiklen Fragen. Erst recht seit Freitagabend, als das Ibiza-Video mit Heinz-Christian Strache publiziert wurde.

Tiefschwarze Regierung ohne Wählerauftrag

Diese traute Verbundenheit zwischen dem Linksausleger Österreichs und dem sich konservativ gebenden Kanzler dürfte aber nicht allen Kurz-Wählern schmecken. Immerhin hat Kurz seine Beliebtheit nicht mit „mehr denn je“ Einwanderung, für die der ehemalige Grünen-Chef Van der Bellen immer eintrat, sondern mit genau der gegenteiligen Politik erreicht.

Wenn die beiden also nun „Hand in Hand“ gehen, jenen Innenminister entlassen, der als einziger gegen die illegale Einwanderung nach Österreich arbeitete, und in beidseitigem Einvernehmen einen schwarzen Parteigänger als interimistischen Nachfolger berufen, dann ist abzusehen, wie Österreichs Innenpolitik künftig laufen wird: nach links.

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