Lupac-Preise des Parlaments diesmal nur für Frauen

Margaretha Lupac ist eine vor elf Jahren verstorbene Frau, die dem Parlament ihr stattliches Vermögen von rund 1,5 Millionen Euro vermacht hat. In ihrem Lebenslauf deutet nichts darauf hin, dass sie sich besonders um Feminismus bemüht hätte. Trotzdem war der aus ihrer Stiftung dotierte Demokratiepreis diesmal Frauen-Organisationen vorbehalten.

Wer meint, unter den prämierten Initiativen befänden sich so etwas wie ein Hilfswerk für Bergbäuerinnen oder gar eine Initiative für junge Mütter, der irrt naturgemäß: Zwei der drei von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) ausgezeichneten Projekte haben auch Migrationshintergrund.

Zur Fotogalerie: Demokratiepreisverleihung im Parlament 

Gewonnen haben Gitta Martl vom Verein Ketani, der sich der Belange der Sinti und Roma in Österreich annimmt, der Innsbrucker Verein „Frauen aus allen Ländern“ mit dem Ziel, Migrantinnen zu unterstützen und zu beraten sowie durch Bildungsangebote, Beratung, Kulturveranstaltungen, Feste, Workshops etc. Integration zu erleichtern, und schließlich Heidi Schrodt, die Direktorin eines Wiener Gymnasiums, die dort schon 1992 einen Frauenschwerpunkt – die Wiener Zeitung nennt das Gender-Schwerpunkt  – eingerichtet hat. Um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, bedient man sich dort recht archaischer Methoden. So erzählt Schrodt von einer Lernwekstatt mit dem Ziel, mehr Mädchen ins Realgymnasium zu bringen: „Dort wird seit einigen Jahren in geschlechtshomogenen Gruppen unterrichtet. Das hat sich gut bewährt. Jetzt wählen gleich viele Mädchen wie Burschen das Realgymnasium, ursprünglich war es ein geringer Anteil.“

Engagement für Minderheitenrechte und Gechlechterdemokratie

Prammer war von so viel Integrationsbemühen und Genderbereitschaft ihrer Preisträgerinnen naturgemäß begeistert und würdigte deren Engagement „auf dem Gebiet der Minderheitenrechte und der Geschlechterdemokratie“. Mit Historiker Oliver Rathkolb, Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein und ORF-General Alexander Wrabetz wurden politisch gut passende Laudatoren gefunden.

Nächstes Jahr wird – gemäß der Stiftungsregeln – wieder ein Wissenschaftspreis vergeben. Ob auch hier das weite Feld von Demokratie und Parlamentarismus auf Frauen und Migranten eingeschränkt wird, ist noch nicht bekannt.

Umstrittener Islam-Funktionär unter Preisträgern

Dass Margaretha Lupac wusste, dass die aus ihrem Vermögen gestifteten Demokratiepreise auf Personen und Organisationen eingeschränkt werden, die sich für Demokratie / Geschlechterdemokratie / Minderheitenrechte engagieren oder sich für den Dialog in der politischen Auseinandersetzung, in der Kunst und in gesellschaftlichen Fragen als Ausdruck der Toleranz und der Integration einsetzen, darf bezweifelt werden. Sie war eine „außergewöhnliche Patriotin“, ist über Lupac auf der Webseite des Parlaments zu lesen. Als solche hätte sie bestimmt ein Problem damit gehabt, dass der Demokratiepreis 2008 an Tarafa Baghajati ging, den Obmann der „Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen“, der zuletzt erst im September in einer Club-2-Diskussion wieder unterstrich, wie nahe er dem islamischen Fundamentalismus steht. Nach zahlreichen anderen Provokationen vor allem gegenüber Israel stellte sich Baghajati auch hinter einen Gelehrten, der die Feier des Weihnachtsfestes kritisierte.

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