Die meisten Gründer fangen im Nebenerwerb an

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Studie: Die meisten Gründer fangen im Nebenerwerb an

Wie es dem Gründer gelang, ein derart riesiges Unternehmen aufzubauen? Er hat seinen Job gekündigt und dann Tag und Nacht an seinem Erfolg gearbeitet. Eine Geschichte, die man zwar häufig liest, aber in der Regel frei erfunden ist. Befasst man sich mit den aktuellen Zahlen, so beginnen fast alle Gründer im Nebenerwerb. Das bedeutet, dass der Existenzgründer zu Beginn nur wenige Stunden in der Woche in sein Projekt investiert hat, vorwiegend jedoch noch seinem Job nachgegangen ist, um so die Gewissheit zu haben, Monat für Monat Geld zu bekommen.

Wer nämlich gleich seinen Job kündigt, der geht ein extrem hohes Risiko ein. Nur weil man Tag und Nacht mit seinem neuen Projekt beschäftigt ist und viele gute Ideen hat, heißt das noch lange nicht, dass man auch am Ende erfolgreich wird – geschweige denn auch bleibt. Man muss also, bevor man sich gegen seinen Hauptjob und für den Nebenerwerb entscheidet, die Chancen wie Risiken abwägen. Vor allem geht es auch darum, dass die persönliche Situation analysiert wird. Wie viel Geld muss pro Monat überhaupt verdient werden, um den aktuellen Standard aufrechterhalten zu können?

80 Prozent würden sich neuerlich für die Selbständigkeit entscheiden

Natürlich eröffnen Gründungen im Nebenerwerb ausgesprochen viele Chancen. So kann man als Nebenerwerbsgründer ein zweites Standbein aufbauen, ohne dafür ein finanzielles Risiko eingehen zu müssen. Auch keine Seltenheit: Zu einem späteren Zeitpunkt kann der Nebenerwerb auch zum Haupterwerb mutieren – die Bausteine der Selbständigkeit sind so also im Angestelltenverhältnis gelegt worden.

Zudem scheint dieses Modell, vom Nebenerwerb in die komplette Selbständigkeit, ausgesprochen vielversprechend zu sein: An der Universität Trier haben das Institut für Mittelstandsökonomie sowie die Professur für Unternehmensführung eine Studie erstellt, die besagt, dass rund 80 Prozent der Gründer sich wieder für die Selbständigkeit entscheiden würde. Ein Viertel der Befragten gab zudem auch an, demnächst den Neben- zum Haupterwerb machen zu wollen.

Das Risiko ist gering

Entscheidet man sich für die Selbständigkeit neben dem Hauptjob, sodass ein zweites finanzielles Standbein aufgebaut werden kann, so ist es wichtig, dass man so agiert, als würde die Selbständigkeit der Hauptberuf sein. Das heißt, man braucht einen Businessplan, in dem auch – mit Fristen versehene – Ziele definiert werden. Denn auch wenn es ein paar nicht zu unterschätzende Vorteile gibt, die für eine Gründung im Nebenerwerb sprechen, so sollte das Projekt dennoch nicht halbherzig angepackt werden.

Einerseits kann eine derartige Gründungsform ausgesprochen gut mit der Familiensituation kombiniert werden: Frauen kümmern sich anfangs noch um das Kind/die Kinder, wird dann aber das Kindergartenalter erreicht, kann die Frau 2 bis 5 Stunden täglich nutzen, um sich eine Selbständigkeit aufzubauen. Eine Gründung im Nebenerwerb kann natürlich auch den Männern empfohlen werden. So kann man einerseits an seinem Traum der Selbständigkeit arbeiten, andererseits hat man aber auch die Gewissheit, monatlich sein Geld vom Arbeitgeber zu bekommen.

Der Weg zum Ziel

Wichtig ist, dass zu Beginn eine Basis geschaffen wird, um so Stück für Stück an der Geschäftsidee arbeiten zu können. Die größte Herausforderung, die dieses Projekt mit sich bringt? Man muss am Ball bleiben. Nur dann, wenn man ein klares Ziel vor seinen Augen hat, wird man am Ende auch erfolgreich werden und vor allem auch bleiben.

Jedoch geht es auch darum, wie man den Weg beschreitet, der zu dem gesteckten Ziel führen soll. Das heißt, man muss sich zu Beginn auch ein paar Fragen beantworten. So etwa, welche Dienstleistungen oder Produkte angeboten werden sollen und was man unternehmen muss, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Aber es geht auch um die Finanzen – wie hoch sollen die monatlichen Einnahmen ausfallen und welche Kosten verursacht der Nebenerwerb? Zudem stellt sich auch die Frage, welche Marketing- und Werbestrategien verfolgt werden. Gibt es bereits Ideen für einen Internetauftritt?

„Einfach mal so“ kann kein Nebenerwerb gegründet werden. Man braucht sehr wohl einen Plan, um so das Ziel, das man vor den Augen hat, auch erreichen zu können.

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