Sind bosnische oder antirussische Geheimdienstnetzwerke beim „Ibiza-Video“ involviert gewesen?

Bild: XoMEoX / Wikimedia (CC-BY-2.0)
„Ibiza-Video“: War neben dem österreichischen auch der bosnische Geheimdienst beteiligt?

Immer mehr verdichten sich die Indizien dafür, dass die Causa „Ibiza-Video“ Teil einer ausgeklügelten Geheimdienstoperation gewesen sein könnte, um nicht nur die österreichische Innenpolitik, sondern darüber hinaus die politischen Verhältnisse in der Europäischen Union, nicht zuletzt auch im Verhältnis zu Russland zu beeinflussen.

Zeitgleich mit der Planung und Durchführung der Ibiza-Operation soll es auch gegenüber der serbischen Staatsführung und Vertretern der Republik Serbien im Frühsommer 2017 zu Abhörversuchen gekommen sein.

Bosnischer Geheimdienst als Handlanger bestimmter Interessen?

Kein Zufall könnte sein, dass immer wieder davon berichtet wird, dass auch zwei Detektive bzw. Sicherheitsberater mit bosnischem Hintergrund im Umfeld der Ibiza-Operation aktiv gewesen sein sollen. Es gibt Indizien, dass der bosnische Geheimdienst als Drehscheibe bestimmter Geheimdienstaktionen, die sich gegen serbische Interessen im Zusammenhang mit einem Beitritt zur Europäischen Union gerichtet hätten, im Jahr 2017 fungiert haben soll.

Ein Zielstaat könnte in diesem Zusammenhang auch Österreich und gewisse politische Strömungen und Parteien gewesen sein. Dass es hier auch personelle und persönliche Verflechtungen gibt, ist nicht auszuschließen. Auch der Einsatz von Goldmünzen beim „Handelsgeschäft“ des einschlägigen Videos ist ein entsprechendes Indiz der Involvierung von Geheimdienstkreisen.

„Integrity Initiative“ als Handlagern bei der Operation Ibiza?

Ausgerechnet eine Online-Plattform unter dem Titel „Linke Zeitung“ weiß in diesem Zusammenhang erstaunliches über eine Organisation unter dem Namen „Integrity Initative“ und ihre Aktivitäten zu berichten:

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass in den 2018 veröffentlichten Original­dokumenten der >Integrity Initiative< des britischen militärischen Geheimdienstes auch Österreich aufgeführt ist, und zwar mit dem Zieldatum des Oktober 2017: dem Datum der österreichischen Parlamentswahlen, in deren Vorfeld das Ibiza-Video entstand.

Die >Integrity Initiative< wird hauptsächlich vom britischen und amerikanischen Außen­ministerium und von der NATO finanziert. Traditionelle Medien haben bis heute nicht über die Aufdeckung der Initiative und ihres internationalen Netzwerks im Dezember 2018 berichtet.

Als Kontaktpersonen für Österreich sind angegeben eine (britische) Mitarbeiterin der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) mit Fachgebiet Osteuropa/Russland, sowie ein ehemaliger britischer Geheimdienstmitarbeiter. Die SWP wird von der deutschen Bundes­regierung finanziert und organisierte 2012 zusammen mit einem US-Institut eine Serie von Workshops zur Planung der Zeit nach einem Regimewechsel in Syrien.

Die >Integrity Initiative< versuchte bereits in mehreren Ländern, Wahlen vor angeblich russischem Einfluss zu >beschützen< bzw. selbst verdeckt zu beeinflussen, oft mit Erfolg. Für die Schweiz ist als Zieldatum übrigens der Oktober 2019 angeben: das Datum der Eidgenössischen Wahlen.

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