Immer mehr neue Enthüllungen bringen langsam Licht hinter die politischen Motive des „Ibiza-Videos“.

Bild: peterbwiberg/pixabay
Ibiza-Video: Politische Hintergründe kommen immer deutlicher ans Tageslicht

Der bisher wichtigste Zeuge im Kriminalfall zum „Ibiza-Video“ ist Sascha Wandl. Er hatte sich an das Online-Magazin eu-infothek gewandt und über das kriminelle „Geschäftsmodell“ hinter der Falle für den damaligen Oppositionspolitiker HC Strache aufgeklärt. Doch Wandl ist auch ein Mittelsmann in politische Kreise, die ein Interesse am Fall der FPÖ haben.

In einem Interview auf oe24 TV stellte er zwar das „Ibiza-Video“ als reinen Kriminalfall dar. Dass die Politik involviert sein könnte, wird nicht nur von den Mainstream-Medien als Verschwörungstheorie verunglimpft, auch Wandl versuchte, die Politik draußen zu halten. Keinesfalls sollte bekannt werden, dass die Video-Hersteller einen direkten Draht zu Hans Peter Haselsteiner, dem Mann hinter den Neos, hatten.

Wandls politische Hintergründe

Wandl war als Mitbeteiligter an dem Video-Komplott der einzige, der Haselsteiner, Chef des Bau-Imperiums Strabag, persönlich kannte. Er hatte in den Jahren vor 2017 in Südost-Europa gearbeitet und war dort für die Sicherheit von Haselsteiners Firmen verantwortlich. Wandl genoss so viel Vertrauen, dass er persönlich an den Oligarchen berichtete.

Streit zwischen Kollegen

Später, nachdem er mit seiner Firma in Konkurs gegangen war, stieg Wandl bei der Münchener Sicherheitsfirma Konsic ein. Geschäftsführer war Julian Hessenthaler, der als „Julian Thaler“ gemeinsam mit der „Oligarchen-Nichte“ Alyona Makarov in einem Wiener Nobellokal Johann Gudenus in die Falle lockte.

Die Kontovollmacht der Münchner Firma lag jedoch bei Wandl, nicht bei Geschäftsführer Hessenthaler. Dieser entzog Wandl erst die Kontovollmacht, nachdem Wandl die Gehälter nicht mehr zahlte, sich aber selbst am Firmenvermögen gütlich hielt. Dieser Streit dürfte den Kriminellen zum Verhängnis geworden sein, denn Wandl packte gegenüber eu-infothek aus.

Zweite Schiene zu Haselsteiner

Eu-infothek hat heute, Montag, in Sachen „Ibiza-Video“ eine weitere Verbindung zu Haselsteiner publik gemacht. Es zeigt sich immer mehr, dass es sehr wohl politische Interessen rund um den Hinterhalt geben muss. Eu-infothek widerspricht damit dem Bild, das das Establishment wie auch Wandl zeichnen wollen, wonach das „Ibiza-Video“ einen reinen Gaunerhintergrund habe. Denn das inkriminierende Video wurde 2017 nicht nur den Medien und politischen Konkurrenzparteien zur FPÖ angeboten, sondern auch Zoltán Aczél.

Der Kreis schließt sich

Aczél war dereinst Generalsekretär des Liberalen Forums (LIF), der Vorgängerpartei der Neos. Beide Parteien wurden maßgeblich von Haselsteiner initiiert und finanziert. Seit dem Ausscheiden des LIFs aus der medialen Öffentlichkeit ist Aczél Lobbyist bei Haselsteiners Strabag. Er war es auch, der 2017 Szenen aus dem „Ibiza-Video“ zu sehen bekommen haben soll.

Zwei Stränge der politischen Hintergründe

Damit ergeben sich gleich zwei Stränge der politischen Hintergründe, die zwar mittlerweile erwiesen, aber noch nicht geklärt sind. Das ist zum einen die Verflechtung der Kriminellen mit dem Oligarchen Haselsteiner, der 2017 zusammen mit vornehmlich SPÖ-Größen eine Anti-FPÖ-Plattform gegründet hatte, und zum anderen das BVT unter dem damaligen ÖVP-Innenminister Wolfgang Sobotka.

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