Werden bei Demos Polizisten verletzt, empören sich Medien kaum. Umgekehrt ist es, wenn Demonstranten zu Schaden kommen.

Bild: Bwag / Wikimedia CC BY-SA 4.0
Nach „Polizeigewalt“: Peter Pilz fordert seinen Freund Ratz nicht zum Rücktritt auf

Man möchte sich gar nicht ausmalen, was alles los gewesen wäre, hätte die mutmaßliche Polizeigewalt gegen illegal demonstrierende Klima-Aktivisten in Wien unter Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) stattgefunden. Peter Pilz von der Liste „Jetzt“ wäre wohl der Erste gewesen, der Kickl zum Rücktritt aufgefordert und einen Misstrauensantrag im Parlament eingebracht hätte.

Appell an SPÖ für „höchst geeigneten Innenminister“

Am Freitag aber, als die unangemeldete Demonstration einschließlich Sitzblockade von rund 100 Personen auf dem Wiener Ring nahe der Urania über die Bühne ging, war noch der „Spezi“ von Peter Pilz, Eckart Ratz, Innenminister der Republik. Einer von Gnaden des Ex-Kanzlers Sebastian Kurz (ÖVP). Aber auch einer, den Pilz über Gebühr lobte: Er hatte sogar an die SPÖ appelliert, keinen Misstrauensantrag gegen die gesamte Regierung einzubringen, weil sich dieser auch gegen den nach Ansicht von Pilz „höchst geeigneten neuen Innenminister“ Eckart Ratz richten würde.

Kein Zeichen von Mut

Der Kurzzeit-Innenminister reagierte dann bei seiner ersten Bewährungsprobe wohl so, wie es Pilz gerne sieht: Ratz forderte Aufklärung. Wie mutig Ratz mit dieser Aussage handelte, beschrieb Ex-Innenminister Herbert Kickl auf seiner Facebook-Seite so:

Wenn es Vorwürfe gegen Polizisten gibt, herrscht jedes Mal in breiten Kreisen große Aufregung. Wenn Polizisten beinahe täglich selbst Opfer von gewalttätigen Übergriffen werden, hört man aus denselben Kreisen keinen Ton.

Herr Ratz, es ist kein Zeichen von Mut, öffentlich Ermittlungen zu fordern, die in solchen Fällen ohnehin von Amts wegen und unter genauester Beobachtung der linken Opposition und ihr nahestehender Medien geführt werden.

Mutiger wäre es gewesen, wenn Sie Aufklärung über die Hintergründe des Ibiza-Videos verlangt hätten. Oder – wenn es schon dafür nicht gereicht hat – wenn Sie sich in Ihrer kurzen Amtszeit wenigstens einmal hinter die Polizistinnen und Polizisten gestellt hätten, die Tag und Nacht für unsere Sicherheit sorgen.

Nach drei Tagen Bruch des Mittelhandknochens gemeldet

Inzwischen freut sich offensichtlich der Mainstream darüber, dass sich drei Tage nach der Klima-Demo in Wien ein Oberösterreicher bei der APA meldete. Ihm sei im Krankenhaus ein Bruch des Mittelhandknochens der linken Hand diagnostiziert worden. Laut seinen Angaben war er Teilnehmer der Sitzblockade am Freitag. Nachdem die Hälfte der Beteiligten bereits von den Beamten weggetragen worden war, sei er an der Reihe gewesen. Weil er gesehen habe, dass andere zuvor bereits „unsanft weggebracht worden sind“, habe er sich „aufrecht hingesetzt und die Arme um die Beine gelegt, damit ich halbwegs einfach wegzutragen bin“, schilderte der Oberösterreicher der APA.

Er sei dann ins Polizeianhaltezentrum gebracht und erst in der Nacht entlassen worden. Zurück in Oberösterreich, habe er zunächst geschlafen und sich erst am Sonntag ins Krankenhaus begeben. Dort wurde der Bruch diagnostiziert, sagt der Mann im Gespräch mit der APA.

Breiter Raum für Opfer in den Medien

Für die meisten Medien ist damit der Beweis erbracht, dass die mutmaßliche Polizeigewalt damit immer weitere Kreise zieht. Wie eine Mauer stellen sie sich hinter eine Gruppe von Menschen, die illegal eine Straße blockieren und sich gegen Polizisten stemmen, die sie wegtragen wollen. Werden sie dabei verletzt, weil man sie nicht mit Samthandschuhen anfasst, bekommen sie als Opfer breiten Raum in den Medien.

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