Interessant: Auch beim Kika-Leiner-Deal hatte Ex-Kanzler Sebastian Kurz die Finger im Spiel.

Bild: ?????-?????? ?????????? ?????? / Wikimedia (CC BY 4.0)
Benko-Deal: Schaler Beigeschmack bei „Immobilienhändler“ Sebastian Kurz

Im Gefolge des „Ibiza-Videos“ wird die mediale Aufmerksamkeit auf das Thema Parteienfinanzierung gelenkt. FPÖ-nahe Vereine gerieten in die Kritik, obwohl – wie Wirtschaftsprüfer nachwiesen – aus ihnen kein Cent an die Partei floss. Entsprechende ÖVP-nahe Vereine lösen dagegen kaum Recherchen aus. Und über ein Riesengeschäft Ende des Jahres 2017 berichtete kaum jemand: den Weihnachtseinkauf des Immobilien-Tycoons René Benko mit Unterstützung der damaligen Kanzlerpartei ÖVP.

Luxushaus der Kika-Leiner-Gruppe über Weihnachten verkauft

Floss da vielleicht sogar eine Provision? Gar an die ÖVP? Fragen über Fragen tun sich plötzlich auf, nachdem addendum bereits im März über merkwürdige Vorgänge berichtet hat, die sich rund um den Verkauf der Luxusimmobilie der Kika-Leiner-Gruppe in der Wiener Mariahilfer Straße abgespielt haben sollen.

Zweites Angebot über 90 Millionen Euro

René Benko, der Immobilieninvestor, der auch bei der Kronen Zeitung und beim Kurier über die deutsche Beteiligung eingestiegen ist, bekam für 60 Millionen Euro den Zuschlag. War das wirklich das beste Angebot? Wie  addendum öffentlich machte, soll es ein zweites Angebot – und zwar über 90 Millionen Euro – gegeben haben.

Leitenden Beamten aus Urlaub zurückgeholt

Und was besonders stutzig macht: Sebastian Kurz und Ex-Justizminister Josef Moser sollen zwischen den Weihnachtsfeiertagen eigens das zuständige Bezirksgericht aufsperren und einen leitenden Beamten aus dem Urlaub zurückholen haben lassen, um diesen Benko-Deal grundbücherlich besichern zu lassen. Das alles soll sich Ende Dezember 2017 abgespielt haben.

Zu günstig den Besitzer gewechselt

Addendum mutmaßt, dass das schöne, unbelastete Objekt in der Mariahilfer Straße, ein Gründerzeithaus mit 7.371 Quadratmeter Grundfläche und derzeit mehr als 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, zu günstig seinen Besitzer wechselte. Die Rechercheplattform untermauert das mit einem Blick ins Grundbuch:

Am 29. Dezember 2017 wird der Verkauf besiegelt. Am 18. April 2018 lässt der Käufer, eine Firma im Eigentum einer Benko-Privatstiftung, für die Mariahilfer Straße 10-18 ein Pfandrecht der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich in das Grundbuch eintragen. Dessen Höhe: 95 Millionen Euro.

Nichtssagendes Blabla von Kurz-Sprecher

Und was sagt Sebastian Kurz zu seiner Rolle als „Immobilienhändler“ für seinen „Spezi“ Benko? Ein Sprecher richtet addendum Nichtssagendes aus:

Der Zugang der Bundesregierung ist, eine serviceorientierte Verwaltung anzubieten. Das gilt insbesondere für Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch für Unternehmen, wenn es um die Rettung von heimischen Arbeitsplätzen geht.

Detail am Rande: Das Bundeskanzleramt teilte auch mit, dass Herr Benko kein finanzieller Unterstützer der ÖVP sei. Danach hatte addendum aber gar nicht gefragt.

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