Die „Kronen Zeitung“ schlägt einen scharfen Linkskurs ein. Neues Feindbild ist u.a. die FPÖ.

Bild: Trainler / Wikimedia (CC BY-SA 2.0 DE)
Keine Kritik an Ausländern, Maulkorb für Jeannée und Klimaschutz: Linksruck der „Krone“

Die Kronen Zeitung ist im Umbruch begriffen und positioniert sich seit geraumer Zeit neu, sowohl inhaltlich als auch politisch. Ob das mit dem neuen Miteigentümer René Benko und der neugewonnenen Liebe der Boulevardzeitung für Ex-Kanzler Sebastian Kurz zu tun hat, sei dahingestellt. Ein interessantes Interview gab diesbezüglich jedenfalls Krone-Chefredakteur Klaus Hermann bei Ö1.

Keine Kritik mehr an Ausländern?

Angesprochen auf die kritische Berichterstattung zu Ausländern, will der Chefredakteur künftig „anständiger und behutsamer“ vorgehen und „Ausrutscher“ vermeiden. Ohnehin hätte die Zeitung angesichts der Flüchtlingskrise 2015 „freundlich“ geschrieben. Eine „fragwürdige Berichterstattung“ über Ausländer und Migration, wie es in der Einleitung des Interviews heißt, dürfte es damit nicht mehr geben. 

Maulkorb für Jeannée, Aus für Richard Schmitt?

Wie das umgesetzt werden soll, verrät Hermann ebenfalls. Zum durchaus beliebten Kolumnenschreiber Michael Jeannée, dem sexistische Ausfälle und persönliche Attacken gegen Politiker vorgeworfen werden, geht er auf Distanz. Ihm habe Hermann „klare rote Linien gezogen“ und dies wisse der auch. 

Auch mit dem Chefredakteur von krone.at, Richard Schmitt, dürfte man nicht viel Freude haben. Sein angebliches Naheverhältniss zur FPÖ ist ein Problem bei der Zeitung, daher sei seine Zukunft bei der Krone „offen“. Im Jahr 2016 war es ebenjener Schmitt, der damals noch unzensuriert.at als größten Konkurrenten für die Zeitung nannte. 

FPÖ ist neues Feindbild 

Generell dürfte die FPÖ seit der „Ibiza-Affäre“ ein neues Feindbild der Kronen Zeitung geworden sein, wie jüngste Attacken von Claus Pándi und Co. zeigen. Mit dem ORF solidarisiert sich Hermann daher gleich, da dieser ja ebenfalls „realen Attacken der FPÖ ausgesetzt war“.  

Und sogar die Forderung der FPÖ nach mehr direkt-demokratischer Mitbestimmung wird jüngst schlecht gemacht. Einen Antrag der Freiheitlichen im Parlament zu mehr Mitbestimmung des Volkes kommentiert man höhnisch: „Die FPÖ entdeckt immer dann ihre Liebe zur direkten Demokratie, wenn Wahlen anstehen oder sie in Opposition ist. [sic!]“

Dabei unterstellt man der FPÖ, in der Regierung gegen die Begehren der Bürger gewesen zu sein, da man die Unterschriftenhürde bei 900.000 ansetzte und somit das „Don´t smoke“ Volksbegehren igonorierte. Was die Kronen Zeitung hier aber unverblümt der FPÖ in die Schuhe schiebt, war eine Forderung der ÖVP, die in den Koalitionsverhandlungen so wenig wie möglich direkte Mitbestimmung des Volkes forderte und die Hürde gar bei mehr als einer Million Unterschriften ansetzen wollte.

Krone setzt auf Klimaschutz und Greta Thunberg

Verstärkt widmen will sich Hermann mit der Kronen Zeitung nun jedenfalls dem Thema Klimaschutz. Immerhin spiele man schon jetzt eine gewichtige Rolle im Kampf gegen die „Klimakrise“. Daher sei für ihn auch die Aktivistin Greta Thunberg eine wichtige Leitfigur und kein „überschätzter Medienhype“. Man werde sich jedenfalls noch stärker zu dem Thema einbringen. 

Leser laufen bereits davon

Der neue Kurs der Boulevardzeitung dürfte zwar unter der linken Polit- und Medienlandschaft Österreichs Gefallen finden, nicht aber unter der Stammleserschaft. Seit kurzem formiert sich vor allem auf sozialen Netzwerken Widerstand gegen die Richtungsänderung der Zeitung, geschrieben wird bereits von der „Benko-Krone“ bzw. der „Kurz-Krone“. 

Viele Leser berichten auch von bereits getätigten Abonnement-Kündigungen und „entfolgen“ der Kronen Zeitung auf Twitter und Co. 

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