Immer wieder überfallen Bettler Menschen, die ihnen nichts oder „zu wenig“ geben (Symbolbild).

Bild: Jean Pierre Hintze / flickr.com (CC BY-SA 2.0)
Mehrfach vorbestrafte rumänische Bettler raubten Landwirt, der ihnen aushalf, brutal aus

Drei rumänische Staatsangehörige (22, 26, 33) sind am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch wegen schweren Raubes zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Männer sollen im Dezember 2018 in Alberschwende (Bregenzerwald) einen damals 65-jährigen Pensionisten brutal überfallen, beraubt und schwer misshandelt haben. Der ist dermaßen traumatisiert, dass er nicht einmal mehr in sein Haus zurück will, wie die Vorarlberger Nachrichten berichten.

Landwirt war zu freigiebig

Der 33-jährige Haupttäter kannte den Pensionisten bereits von früheren Besuchen. Immer wieder bettelte er an seiner Haustüre, immer wieder gab ihm der Landwirt stattliche Beträge, insgesamt mindestens 1000 Euro. In der Nacht auf den 3. Dezember 2018 kehrte der Rumäne mit zwei Komplicen auf den abgelegenen Bauernhof zurück. Während einer beim Wagen blieb, überfielen die anderen beiden den am Sofa Schlafenden und verprügelten ihn brutal.

So übel zugerichtet, dass ihn Nachbar nicht erkannte

Immer wieder traten und schlugen sie dem Mann ins Gesicht, er erlitt mehrfache Trümmerbrüche, Rissquetschwunden und Hämatome. Die Täter flohen mit einer Beute von rund 300 Euro. Der Landwirt blieb bewusstlos zurück, erst am nächsten Morgen gelang es ihm, sich zu einem Nachbarn zu schleppen. Sein Gesicht war so übel zugerichtet, dass ihn sein Nachbar zunächst nicht erkannte.

Opfer wollte ihnen „nur“ 80 Euro geben – sie wollten 500

Die drei Männer schoben beim Prozess am Landesgericht die Verantwortung auf den jeweils anderen. Zwei der Angeklagten gaben an, dass sie so viel Alkohol getrunken hätten, dass sie sich nicht mehr erinnern könnten. Sie hätten von dem Pensionisten 500 Euro erwartet, dieser habe ihnen aber nur 80 Euro gegeben. Die Verhandlung gestaltete sich aufgrund der Übersetzung für Prozessbeobachter und Beteiligte zeitweise mühsam.

Urteile: 13, elf und sechs Jahre Haft

Das Gericht sprach alle drei Angeklagte schuldig. Der 33-Jährige, der mehrere einschlägige Vorstrafen aufweist, muss 13 Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Der elffach vorbestrafte Zweitangeklagte, der sich geständig gezeigt hatte, wurde zu neun Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der ebenfalls vorbestrafte Mann, der als Fahrer beteiligt war, wurde zu sechs Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.

Auch in Rumänien Haftstrafe offen

Das Landesgericht Feldkirch erreichte zudem am Mittwoch eine rechtskräftige Verurteilung aus der Heimat der Männer. Demnach wurden die beiden Erstangeklagten in Rumänien wegen Erpressung und anderer Delikte dort zu Haftstrafen verurteilt, worauf laut Gericht beim Urteil in Feldkirch Bedacht zu nehmen war. Dem Opfer wurden 10.753 Euro Teilschmerzensgeld zugesprochen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Quelle: krone.at

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