Werner Kogler: Als EU-Abgeordneter nach Brüssel gehen zu wollen, entpuppte sich als plumper Polit-Schmäh.

Foto: Bild: Manfred Werner / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
War alles nur Schmäh: Grüner EU-Spitzenkandidat Kogler geht nicht nach Brüssel

Er werde das EU-Mandat nicht annehmen und stattdessen grüner Spitzenkandidat bei der Nationalratswahl sein. Dies verkündete der Parteivorsitzende der GrünInnen-Partei Werner Kogler anlässlich einer Pressekonferenz am gestrigen Freitag. War seine EU-Spitzenkandidatur nur ein Taschenspielertrick, um über das personelle Jammertal in seiner Partei hinwegzutäuschen?

Tarnen und Täuschen

Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, lautet offensichtlich die Devise des außerparlamentarischen Kleinstparteien-Chefs. Denn wochenlang hatte er dem Wahlvolk vorgegaukelt, als Mandatar nach Brüssel zu gehen, sollte seine Partei genügend Stimmen bekommen. Tatsächlich wurden er und die Listenzweite Sarah Wiener ins Europaparlament gewählt. Doch kaum ist die Wahl geschlagen, hat es sich der zuvor noch so „glühende Europäer“ nun anders überlegt. Plötzlich ist Europapolitik für ihn so gar nicht mehr interessant. Nun will er doch lieber in den heimischen Nationalrat zurückkehren – und natürlich wieder als Spitzenkandidat in die Wahlschlacht ziehen.

Erinnerungen an Eva Glawischnig kommen auf

Tarnen und Täuschen scheint bei den Grünen allerdings sowieso zum Geschäft zu gehören. Man erinnere sich nur an seine Vorgängerin Eva Glawischnig. Jahrelang hatte sie sich als wackere Kämpferin gegen das böse Glückspiel hervorgetan, um nach ihrem Rücktritt ausgerechnet im Management des Glückspiel-Weltkonzerns Novomatic zu landen. Die Böckin als Gärtnerin! Für den Wähler muss sich zwangsläufig die Frage stellen, was man Herrn Kogler und seiner Partei überhaupt noch glauben kann.

Dünne Personaldecke

Tatsächlich scheint man bei den Grünen vor dem Dilemma zu stehen, außer Herrn Kogler keine herzeigbaren Persönlichkeiten in den Reihen zu haben. Mit „Miss Stinkefinger“ Sigrid Maurer dürfte kein Staat zu machen und schon gar keine Wahl zu gewinnen sein. In Salzburg sah man sich genötigt, die ehemalige Vorsitzende Astrid Rößler aus der politischen Pension zu holen. Bezeichnenderweise hatte sie sich nach einem Wahldebakel bei der letzten Landtagswahl zurückgezogen gehabt. Und auch andere „politisch Untote“, die es zurück an den Futtertrog zieht, scheinen nicht einmal für ihren Chef präsentabel gewesen zu sein, womit offensichtlich wieder einmal nur er selbst als möglicher Spitzenkandidat übrig blieb.

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