Bei „RTL-Nord“ flog ein Reporter auf, der TV-Beiträge manipuliert hatte.

Bild: pixabay.com
Wie bei „Spiegel“: TV-Reporter von RTL hat in mindestens sieben Fällen Beiträge manipuliert

Nachdem der „Fall Relotius“ kurz vor Weihnachten für einen Manipulationsskandal beim Spiegel gesorgt hatte, deckt nun RTL seinen eigenen „Relotius-Skandal“ auf. Ein langjähriger Mitarbeiter hat in mindestens sieben Fällen TV-Beiträge manipuliert.

Der Sender hat sich dazu selbst in einer Pressemitteilung geäußert und Fehler eingestanden. Laut dieser Mitteilung soll ein langjähriger Mitarbeiter des Regionalsenders RTL-Nord in gleich mehreren Fällen TV-Beiträge für RTL manipuliert habe. Verfälschende Eingriffe konnten ihm bisher in sieben Fällen nachgewiesen werden. Der Reporter, der hauptsächlich für das Mittagsjournal „Punkt 12“ tätig war, habe „ganz bewusst rote Linien des Journalismus überschritten“, so RTL.

Reporter täuschte Interview mit Lionel Richie vor

So gab der Reporter beispielsweise in einem „Punkt 12“-TV-Beitrag vor, ein persönliches Interview mit dem Sänger Lionel Richie geführt zu haben. Dabei filmte er sich als Fragesteller und fügte die Aufnahmen einer digitalen Pressemappe hinzu, wodurch dann der Eindruck entstand, er hätte das Interview persönlich geführt.

Dienstverhältnis umgehend beendet

Nachdem der Reporter in Gesprächen mit dem RTL-Chefredakteur Michael Wulf und dem RTL-Nord-Geschäftsführer Michael Pohl versucht hätte, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu relativieren, wurde die Aufhebung des Arbeitsvertrags veranlasst. Die Beweislast sei zu erdrückend gewesen, heißt es in der Mitteilung. Alle Beiträge des Reporters wurden sowohl online als auch im internen Archiv umgehend gesperrt.

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