Aus solch einem Gebäude lässt es sich gut auf andere herabblicken.

Bild: Trainler / Wikimedia (CC BY-SA 2.0 DE)
Bumerang-Effekt durch „Ibiza-Affäre“: „Kronen Zeitung“ schneidet sich ins eigene Fleisch

Kurz nach Veröffentlichung des „Ibiza-Videos“ und dem darauffolgenden Rücktritt von Heinz-Christian Strache als Vizekanzler schoss sich die angeblich angegriffene Kronen Zeitung auf den ehemaligen freiheitlichen Parteichef und dessen Partei ein. Allein an jenem Samstag, dem 18. Mai, erschienen unzählige Artikel über die „bösen“ Pläne des HC Strache und die angebliche – dies ist keine Satire! – „Unabhängigkeit“ der Krone.

Redakteure tobten sich aus

In den ersten Tagen kam das erwartete journalistische Flächenbombardement. Neben der Heraufbeschwörung einer innerlich zerstrittenen FPÖ und damit einem Knittelfeld 2.0 und natürlich öffentlicher Bloßstellungen zeigte sich der etablierte Journalist, auch als das „leichte Mädchen“ des Systems bekannt, von seiner natürlichsten Seite. Die öffentliche Entschuldigung von Ex-Vizekanzler Strache an seine Frau Phillippa war Grund genug, in privaten Angelegenheiten zu spekulieren und „Fake News“ zu verbreiten wie jene, dass Phillippa Strache angeblich zu ihrer Mutter zog.

Seriosität der Krone verspielt

Der Vorfall in Ibiza schenkte der Krone-Redaktion sicherlich ein paar Stunden der Schadenfreude. Doch zu welchem Preis? Jener Grund, warum die Krone bis dato ein breites Leserspektrum hatte, war der Glaube der Menschen, dieses Medium sei wirklich einigermaßen unabhängig und konservativ. Unvorhergesehen war allerdings die Thematisierung des Rene-Benko-Geschäfts mit der Krone. Wenn ein ÖVP-naher Investor und Freund von Parteichef Sebastian Kurz Anteile eines öffentlichen Mediums kauft, kann dieses nicht mehr als unabhängig gelten.

Ironischerweise setzten das, was ein deutlich Illuminierter auf Video philosophierte, die Systemparteien und Globalisten nüchtern in der realen politischen Landschaft um: nämlich die strukturelle Unterwanderung des Staates. Daher hielten sich die anderen Parteien auch zurück.

Sie stecken alle mit drin

Neos und ÖVP zum Beispiel sind einzige Oligarchen- und Lobbyparteien. Dank Großinvestor Hans Peter Haselsteiner konnten sich erstere in das Parlament einkaufen. Bei der ÖVP liegt es mittlerweile auf der Hand, dass deren Ideale aus Geld bestehen. Bereits im Nationalratswahlkampf 2017 bestand der Großteil des schwarzen Wahlkampfbudgets aus Spenden. Die SPÖ macht es nicht anders. Allein in Wien steht jede der Stadt zugehörige Institution unter roter Herrschaft. Von Wiener Wohnen bis zum Stadtschulrat, pardon: Bildungsdirektion.

Gegenwind durch Leser

In diversen sozialen Netzwerken wird die Zeitung mittlerweile als „Benko-Blatt“ bezeichnet. Man hat mit Häme seitens der Kommentare zu kämpfen und obendrein mit einer starken Kündigungswelle enttäuschter, mittlerweile ehemaliger Leser. Einige dieser Ehemaligen berichteten sogar, dass sie von der Kronen Zeitung direkt angerufen und ihnen Gratismonate angeboten wurden. Ein offensichtlicher Akt der Verzweiflung.

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