Für Radar unsichtbare Schiffe bringen neuerdings Migranten nach Italien (Symbolbild).

Bild: robertwaghorn / pixabay.com
Schlepper bringen Migranten mit „Geisterschiffen“ nach Italien

Seitdem der italienische Innenminister Matteo Salvini das Wassertaxi-Service zwischen Libyen und Italien unterbindet, ist auch die „Zusammenarbeit“ der nordafrikanischen Schleuserbanden mit den NGO-„Seenot-Rettern“ vor den Gewässern Libyens praktisch zum Erliegen gekommen. Auch die Zahl der Ertrinkenden geht dank Salvini massiv zurück. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass die Schlepper auf ihr lukratives Geschäftsmodell zu verzichten bereit sind. Und so hat man neue Methoden entwickelt, um Europa mit Migranten aus aller Herren Länder weiter zu fluten.

„Mutterschiffe“ schleppen kleine Boote 

Ein aus Libyen kommendes Fischerboot hat am Wochenende 81 Migranten in die Nähe der italienischen Hoheitsgewässer gebracht, um die Geschleppten dort abzusetzen. Im Schlepptau des „Mutterschiffes“ hatten die Schleuser ein kleines Boot, in das die Passagiere dann umstiegen, um auf eigene Faust nach Lampedusa zu schippern. Die Schlepper drehten wieder Richtung Libyen ab, wohl um die nächste menschliche Fracht aufzunehmen. Die neue Methode „Mutterschiff“ sei bereits einigermaßen erprobt, berichtet die italienische Zeitung Corriere della Sera.

Im konkreten Fall hatten die Schlepper jedoch Pech: Ein Schnellboot der Guardia di Finanza brachte das Mutterschiff auf, um es zu beschlagnahmen. Sieben Schlepper, ein Libyer und sechs Ägypter, wurden festgenommen. Die 81 Migranten, die jeweils 3.000 bis 4.000 Euro an die Schlepper bezahlt haben sollen, konnten hingegen ungehindert in Italien anlanden.

Komfort-Schleusung mit für Radar unsichtbaren „Geisterschiffen“

Gut betuchten Schutzsuchenden steht jetzt alternativ auch ein „Geisterschiff“-Shuttle-Service zur Verfügung. Rasche und relativ bequeme Passagen mit sogenannten „barche fantasma“, mit Geisterbooten also, die nicht auf dem Radar erscheinen, werden für 15.000 Euro wohlfeil geboten. Zuletzt kamen in einer Woche bereits zahlreiche solcher schnelleren Boote an Italiens Südküsten an. Kamen früher die meisten „Geisterboote“ aus Tunesien, so registriert die italienische Marine immer öfter auch Schiffe aus der Türkei, die in Apulien und Kalabrien anlegen.

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