Jedes Jahr sorgen Hitzewellen für einen skurrilen Wettkampf um Ideen gegen die Klimakatastrophe.

Bild: geralt / pixabay.com
„Wiener Wanderbäume“ und der Klimaschutz-Schmäh von Sebastian Kurz

Die Hitzewelle setzt manchen Zeitgenossen offenbar besonders zu. Mediziner raten in den heißen Tagen daher, möglichst viel zu trinken, weil sonst nicht nur der Körper austrocknet, sondern der Flüssigkeitsmangel vor allem auch die Hirnfunktionen stören kann.

Traiskirchen beschließt den „Klimanotstand“

Das könnte bei dem einen oder anderen Pseudo-Klimaschützer im skurrilen Wettkampf um Ideen gegen die Klimakatastrophe schon der Fall sein. Nach der steirischen Gemeinde Michaelerberg-Pruggern hat nun auch der SPÖ-Bürgermeister von Traiskirchen in Niederösterreich, Andreas Babler, als erste Stadt Österreichs per Resolution des Gemeinderates den Klimanotstand ausgerufen.

Die Eindämmung der Klimakrise und ihrer schwerwiegenden Folgen werde ab nun als Aufgabe höchster Priorität angesehen. Babler erklärte dazu, dass in Traiskirchen nun alle bestehenden Gesetze, Verordnungen und Maßnahmen auf Klimatauglichkeit überprüft werden würden, um die Erderwärmung auf eineinhalb Grad zu begrenzen.

Bereits Erfahrung mit „Arbeitsnotstand“

Babler persönlich hat ja schon vor Jahren einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Sozusagen im „Arbeitsnotstand“ hat sich der Bürgermeister in seiner eigenen Gemeinde angestellt und doppelt abkassiert. Als Ortschef und als dessen Sekretär. Aber was soll´s, der Umwelt hat er damit einen Dienst erwiesen: Damit hat nur eine Person bei der Zu- und Abfahrt zum Arbeitsplatz das Klima belastet. Ein echtes Vorbild!

Junge Wanderbäume als Alibiaktion der Grünen

Eine Vorbildfunktion wollen auch die Wiener Grünen im Kampf gegen die Erderwärmung einnehmen. Unter der Leitung der soeben zurückgetretenen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou stellt ein Verein für jeweils einen Monat in verschiedenen Bezirken zehn Wanderbäume auf. Und zwar, um heiße Tage erträglicher zu machen. Sieht man sich die jungen Bäume allerdings an, kommt berechtigter Zweifel auf, ob diese wirklich in der Lage wären, die Örtlichkeit um drei Grad abzukühlen.

Vassilakou hätte als langjährige Wiener Planungsstadträtin aber schon die Möglichkeit gehabt, öffentliche Plätze mit Grünpflanzen zu verschönern, statt sie gnadenlos zu Betonwüsten auszubauen und somit zur Erhitzung der Stadt beizutragen.

Klimazölle würden Produkte verteuern

Nun will bei diesem beinahe schon skurilen Klima-Populismus auch Kurzzeit-Kanzler Sebastian Kurz von der ÖVP mitmischen. In Ermangelung einer eigenen Strategie für den Nationalratswahlkampf kupfert er diesmal das Thema der Grünen ab, nachdem er dasselbe – sehr erfolgreich – 2017 von der FPÖ getan hat und voll auf die Flüchtlingspolitik setzte.

In seinem neuen „Hofblatt“, der Kronen Zeitung, schwadroniert Kurz nun über internationale Klimazölle. Dabei geht es um die Einführung von Importzöllen auf Waren, bei deren Herstellung mehr Kohlenstoffdioxid anfällt als in europäischer Produktion. Die Idee ist zwar nicht neu, hat aber den Vorteil, dass Kurz bei seinem Vorschlag nicht selbst aktiv werden müsste, sondern es zu einer Angelegenheit der EU würde.

CO2-Steuer unpopulär

Eine CO2-Steuer lehnt Kurz ab, „weil diese würde vor allem die sozial Schwächeren und Menschen im ländlichen Raum treffen“, sagt er in der Kronen Zeitung. Dass Klimazölle Produkte des täglichen Lebens um ein Vielfaches verteuern und natürlich in erster Linie auch die sozial Schwächeren treffen würden, verschweigt Kurz und die Kronen Zeitung in diesem Artikel.

Wie gesagt: Mediziner raten an den heißen Tagen, möglichst viel zu trinken, weil sonst nicht nur der Körper austrocknet, sondern der Flüssigkeitsmangel vor allem auch die Hirnfunktionen stören kann.

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