Die „Süddeutsche Zeitung“ wendet sich an den Aufdecker in Sachen „Ibiza-Video“ und fährt mit geballter Arroganz auf.

Bild: peterbwiberg/pixabay
„Ibiza-Video“: Die entlarvenden Fragen der „Süddeutschen Zeitung“ und die Antworten

Das online-Magazin eu-infothek (EUI), dem viele Fakten zum „Ibiza-Video“ zugespielt wurden, lässt sich von den Mainstream-Medien nicht vorführen. Die Recherchen von EUI zum Video, das Bundeskanzler Sebastian Kurz nutzte, um die Regierungskoalition zwischen ÖVP und FPÖ zu beenden, „basieren einzig und alleine auf der Tatsache, dass Leitmedien (.) die Hintergründe und Hintermänner verschweigen“, wie EUI-Herausgeber Gert Schmidt mitteilte. Und so veröffentlichte der Professor, der für seinen Kampf gegen illegales Glücksspiel und für Spielerschutz 2010 mit diesem Titel ausgezeichnet worden war, kurzerhand die Mail-Anfrage der Süddeutschen Zeitung an ihn – und die Antworten gleich dazu.

Schmidt begründet seinen ungewöhnlichen Schritt damit:

Wir alle, sicher auch einige Ihrer Leser, haben es satt bis über beide Ohren, andauernd mit Umerziehungs-Storys mit „Drall“ berieselt zu werden, wobei wichtige, interessante Themen und Fakten einfach außen vor bleiben.

Knappe Frist

Die Süddeutsche Zeitung, die Teile des „Ibiza-Videos“ am 17. Mai als Erste veröffentlicht hatte, wandte sich erstmals an EUI – per Email am Dienstag. Für die Antwort auf die Fragen setzte man Schmidt eine Frist von gerade einmal einem Tag.

Um nicht in die Mühlen des Mainstreams zu gelangen, entschloss sich der Schmidt „aufgrund dieser Fragestellungen“ zu dem ungewöhnlichen Schritt der öffentlichen Fragebeantwortung. „Das kleine Online-Medium“ befürchtet nämlich, „vom Medien-Riesen Süddeutsche Zeitung und eventuell ihren verbündeten Medien ungerechtfertigt“ angegriffen zu werden, eben weil man zum „Ibiza-Video“ brisante, sowohl kriminelle als auch politische Hintergründe enthüllte, die dem Establishment nicht passen.

„Story“ geplatzt

Welche „Story“ nimmt EUI der Süddeutschen Zeitung durch die öffentliche Beantwortung der Journalistenanfrage jetzt also weg?

Zunächst die „Story“, wonach EUI unrichtig recherchiere. Der einleitende, ausgesprochen arrogant vorgebrachte Vorwurf, EUI „setze Spekulationen in die Welt, die häufig auf den Aussagen einer einzigen Quelle zu beruhen scheinen – bzw. zwei Quellen, die miteinander auftreten“, entkräftet Schmidt mit dem Hinweis, dass es anfangs gar keine Quellen gab. Alles musste erst fein säuberlich recherchiert werden. Zahlreiche Quellen wurden schließlich bemüht, bis sich ein Bild ergab, das von den Mainstream-Medien nach wie vor tunlichst verschwiegen wird.

„Wie der Schelm denkt, so ist er“

Nach dem alten Sprichwort unterstellt der eine Journalist dem anderen quasi, Informationen gegen Geld erhalten zu haben, was Schmidt heftig zurückweist. Alle weiteren Fragen, das sind deutlich mehr als die Hälfte, betreffen sodann die finanziellen Hintergründe des Aufdeckerblogs.

Offensichtlich kann es die Süddeutsche Zeitung nicht verwinden, dass Menschen empört sind über die Machenschaften, wie eine erfolgreiche Regierung zu Sturz gebracht wurde, und sich deshalb engagieren, freiwillig und ohne Entgelt. Für Journalisten heutzutage sicherlich ein unfassbarer Charakterzug.

Gretchenfrage zum Abschluss

Nach Darstellung der finanziellen und geschäftlichen Hintergründe von EUI stellt Schmidt die Gretchenfrage an die Süddeutsche Zeitung, nämlich wie denn die Zeitung zu dem „Ibiza-Video“ gekommen sei. Und weiter:

Wenn Ihnen das „komplette Ibiza-Video“ vorliegt, weshalb haben Sie dann nicht erkannt, und darüber berichtet, wie der offensichtlich gesteuerte AUFBAU des Gespräches erfolgte und wie es zu diesen exzessiven Äußerungen während der Video-Aufnahmen gekommen ist?

Schmidt fragt, ob den Journalisten nicht aufgefallen sei, „dass die Themen „Strabag-Haselsteiner/Parteispenden/Kronen-Zeitung“ derartig breit ausgequetscht wurden, so, als würde jemand ganz bewusst die bekannten Aussagen erzielen wollen, um Stimmung zu machen und Feinde zu motivieren“. Auch will er wissen, ob ihnen nicht die gekünstelten Gespräche suspekt vorkamen. Und er fragt:

Weshalb tragen Sie nicht zur ehrlichen Aufklärung bei, zumal in einem europäischen, demokratischen Land die Regierung durch diese Veröffentlichung in Ihrem Medium gestürzt wurde und der österreichischen Bevölkerung ein riesiger Schaden auf vielen Ebenen entstanden ist?

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