Meinl-Reisingers Partei „Neos“ nahm innerhalb von sieben Jahren mehr als zwei Millionen Euro allein von Haselsteiner an.

Bild: Nicole Heiling / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Neos: Riesenspende von Oligarchen Haselsteiner noch kurz vor der Spendendeckelung

Als Moralaposteln spielten sich die Neos auf, als die unlautere Spendenpraxis der ÖVP ans Tageslicht kam. Bei sich selbst ist man da weniger kritisch. Erst am Samstag hatte Neos-Finanzreferent Michael Bernhard erklärt, man versuche, möglichst viel Geld vor Inkrafttreten der neuen Spendendeckelung einzuheben. Gesagt, getan: Heute, Montag, nahmen die Neos noch eine Großspende in der Höhe von 300.000 Euro von ihrem Mäzen Hans Peter Haselsteiner entgegen.

Der Pate globalistischer Parteien

Haselsteiner war schon Pate bei der Gründung des Neos-Vorgängers „Liberales Forum“. Für die Partei unter der Führung von Heide Schmidt saß er von 1994 bis 1998 als Nationalratsabgeordneter im österreichischen Parlament. 1999 wurde die gesellschaftspolitisch linke, wirtschaftspolitisch globalistische Partei wieder aus dem Parlament hinausgewählt. 2012 half der Oligarch dann, der Retortenpartei Neos auf die Welt. 2013 unterstützte Haselsteiner sein Baby gleich mit einer kräftigen Parteispende in der Höhe von 440.000 Euro. Im Gegenzug präsentierten ihn die Neos als Ministerkandidaten.

Laut Rechnungshof hat Haselsteiner, der Chef des Baukonzerns Strabag, einschließlich der jüngsten Spende bereits mehr als zwei Millionen Euro seinem Projekt „Neos“ zukommen lassen.

Keifender Generalsekretär

Dass Österreichs Oligarchie ein Beschluss im Nationalrat wenig bedeutet, ist offenbar den Neos peinlich. Anders sind die Entgleisungen von Neos-Generalsekretär Nikola Donig nicht zu erklären.

Donig empörte sich über eine Karikatur der grünen Splitterpartei „Jetzt“. Sie zeigt Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger als Hündin, die nach einer Wurst schnappt, die ihr Haselsteiner reicht. „Fassungslos über den frauenfeindlichen und respektlosen Cartoon“ (und auch humorlos) reagiert Donig und patzt in einem Rundumschlag auch gleich den politischen Mitbewerber und alle Männer im Lande an:

„Das ist sogar noch unter FPÖ-Niveau und zeigt, der alte weiße Mann Peter Pilz hat auch im Abgang nichts gelernt. Weder was den Umgang mit Frauen noch was eine anständige politische Debatte betrifft“, meint Donig in Anspielung auf die Heuchelei von Jetzt-Gründer Peter Pilz, der es mit der Würde von Frauen nicht so genau nimmt.

Parteienfinanzierungsgesetz für Neos „grottenschlecht“

Das Parteienfinanzierungsgesetz, das von SPÖ, FPÖ und Jetzt beschlossen wurde, bezeichnet Donig als „grottenschlecht“. Kein Wunder, kann Haselsteiner jetzt nicht mehr so ungeniert Einfluss auf die Partei nehmen.

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