Euro-Propaganda im ORF: Wir zahlen noch immer nicht genug

ORF-ZentrumWenn Milliarden in andere Länder fließen, werden die Financiers des Euro-Systems – die Steuerzahler – naturgemäß skeptisch. Umso klarer müssen die Botschaften derjenigen werden, die uns Bürger weiterhin zum Zahlen verdonnern wollen. Der ORF widmete die Sendung „Im Zentrum“ daher der völlig ungeschminkten Euro-Propaganda.

Bei der Auswahl der Diskutanten durfte schon nichts schiefgehen. Der rote Nationalbank-Gouverneur Nowotny, der rote Finanz-Staatssekratär Schieder, der schwarze Erste-Bank-Vorstand Treichl, die linke Politikwissenschafterin Sonja Puntscher-Riekman (ehemalige Nationalratsabgeordnete der Grünen) – und als zarter Kontrapunkt der früheren Chef des deutschen Industrieverbandes, Hans-Olaf Henkel, der immerhin dafür eintrat, die Euro-Gemeinschaft in eine Hart- und eine Weichwährungszone zu teilen.

Hans-Olaf Henkel

Hans-Olaf Henkel

Der böse Deutsche: Henkel denkt nicht europäisch genug.
Foto: Stuart Mentiply / Wikimedia

Dafür durfte er sich einige Freundlichkeiten gefallen lassen. In die „Kleinstaaterei“ würde das führen, beklagte Schieder. Er würde „voll aus der deutsche Perspektive“ reden und nationalistisch argumentieren, warf ihm die Politikwissenschafterin vor. Dies ist für einen Deutschen fürwahr ungewöhnlich, jedenfalls aber ehrenwert und kein Grund zur Kritik.

Den Zusehern wurde drastisch vor Augen geführt, wohin die Euro-Hörigkeit der EU-Zentralisten führen soll. Treichl verlangte – zur Begeisterung von Nowotny und Schieder – europäische Anleihen statt Staatsanleihen. Die wären für Österreich und Deutschland freilich teuer, aber – so Puntscher-Riekman: „Wenn wir Europa wollen, werden wir uns das leisten müssen.“

Was genau wir uns da leisten müssen, wurde nicht gesagt: Ein Prozent mehr an Zinsen – und damit ist bei Euro-Bonds im Vergleich zu österreichischen allemal zu rechnen – würde Österreich bei der aktuellen Staatsverschuldung jährlich zwei Milliarden mehr an Zinsen zahlen. Das ist wesentlich mehr, als die Regierung den Bürgern durch das aktuelle Sparpaket wegnimmt. Treichl, dem es bekanntlich an nichts fehlt, ist offenbar der Meinung, dass der Bürger neben der Rettung seiner und anderer Banken auch das noch locker stemmen kann. Das kommt eben heraus, wenn man die Auslöser der Krise an ihrer Überwindung beteiligt.

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Henkel offenbarte die naive Sicht vieler Deutscher bei der Gründung des Euro: "Wir waren eigentlich der Meinung, dass wir eine Währungsunion bekommen haben und nicht eine Transferunion." Weit gefehlt: Was sich jetzt abspielt, passt zu den historischen Erkenntnissen, wonach Frankreich die Einführung der Gemeinschaftswährung als Preis für die Wiedervereinigung Deutschlands verlangt habe. Und wir Österreicher zahlen brav und widerspruchslos mit – wie immer.

Foto auf der Startseite: Gerhard W. Loub / flickr

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