Karls Werbekampagne MINT: Mir Ist Nichts zu Teuer

MINT

Justizministerin Bandion-Ortner wünscht sich mehr Transparenz bei Regierungsinseraten – wir helfen ihr dabei: Die Werbekampagne „MINT statt MASSE“ des Wissenschaftsministeriums hat 500.000 Euro gekostet, wie Ministerin Beatrix Karl (ÖVP) heute im Budgetausschuss des Parlaments erklärte. Noch schwerer wiegt allerdings, dass den damit umworbenen Studenten eine nicht existente heile Welt vorgegaukelt wird.

MINT-Kampagne

MINT-Kampagne

Beatrix Karl verpulverte 500.000 Euro für MINT.
Foto: Mario Valorzi

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – für jene Studienrichtungen also, deren Absolventen mit besseren Jobchancen rechnen können als andere. Während die Studenten der Publizistik oder der Psychologie um Sitzplätze im Hörsaal raufen müssen, ist bei MINT alles eitel Wonne, wenn man Karls Kampagne glaubt:

Die Universitäten und Fachhochschulen bieten im MINT-Bereich optimale Studienbedingungen und direkten Kontakt zu den Lehrenden. Mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wählen Sie kein Massenstudium, sondern Sie studieren, was nicht alle studieren. Und das bedeutet: Platz in den Hörsälen und Labors, und die Chance unter guten Rahmenbedingungen studieren zu können.

Stimmt nicht, sagt der freiheitliche Technologiesprecher Gerhard Deimek: „In Wirklichkeit platzen gerade auch in den beworben Fächern viele Hörsäle und speziell Labors aus allen Nähten, was regelmäßig zu unverschuldeten Studienverzögerungen führt.“ Vom persönlichen Kontakt zu den Lehrenden könne vielfach auch keine Rede sein: Bereits jetzt würden einige Studienrichtungen über viel zu knapp bemessene Ressourcen klagen und vermelden, dass eine Aufstockung des Lehrpersonals dringend notwendig wäre.

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Somit bleibt auch von dieser Regierungskampagne nicht mehr übrig als das Übliche: Ein Regierungsmitglied versucht, die Realität schön zu reden und sich selbst ins rechte Licht zu rücken, ganz nach dem MINT-Motto: Mir Ist Nichts zu Teuer.

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