Helmut Schmidt: Zuwanderung aus fremden Kulturen war Fehler! | Unzensuriert.at

Helmut Schmidt: Zuwanderung aus fremden Kulturen war Fehler!

Es war ein Fehler, dass man zu Beginn der Sechzigerjahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen ins Land holte. Wer die Zahl der Moslems in Deutschland erhöhen will, nimmt eine zunehmende Gefährdung des inneren Friedens in Kauf. Diese Sätze stammen nicht von Thilo Sarazzin, sondern vom Sozialdemokraten Helmut Schmidt. Seine Aussagen beim Auftritt in der ARD-Talk-Show von Sandra Maischberger müssten – in Konsequenz zur Debatte um Sarazzin – wohl auch ihn mit dem Ausschluss aus der SPD bedrohen.

Der mittlerweile 92-jährige deutsche Bundeskanzler (1974 bis 1982)  liegt in fast jeder Politikerrangliste auf Platz 1. Keinem anderen Politiker – weder einem amtierenden noch ehemaligen – wird bis heute mehr Vertrauen entgegengebracht als ihm. Fast 25 Jahre nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik verkörpert der Ex-Bundeskanzler für 83 Prozent der Bundesbürger das Deutschland, das sie sich wünschen („Der Spiegel“).

Geistige Präzision und rhetorische Schärfe

Gut sechs Wochen nach dem Tod seiner Frau Loki ist Helmut Schmidt erstmals wieder öffentlich aufgetreten. Er stellte sich als einziger Gast für mehr als eine Stunde den Fragen von Sandra Maischberger im ARD-Fernsehen. Auf ihre Eingangsfrage, wie es ihm nach dem Tod seiner Frau gehe, antwortet Schmidt: „Nicht so gut wie im vorigen Jahr.“

Im Verlaufe des Gesprächs zeigt sich, dass Schmidt nichts von seiner geistigen Präzision und rhetorischen Schärfe verloren hat. Das gilt vor allem, wenn er, der sich ausdrücklich nicht zur Tagespolitik äußern will, dies doch tut, ohne sich angreifbar zu machen. Auf die Frage, ob Angela Merkel die Euro-Krise gut meistere, entspinnt sich folgender Dialog: „Da muss ich lange zögern, bis mir eine dipolomatische Antwort einfällt.“ Schweigen. Darauf Maischberger: „Dann sagen Sie es undiplomatisch.“ Schmidt: „Nee.“

Noch deutlicher fällt das Urteil ohne Worte über Außenminister Guido Westerwelle aus. Ob man sich auf ihn in der Krise verlassen könne, fragte Maischberger. „Darauf erwarten Sie nicht im Ernst eine Antwort“, sagt Schmidt. „So schlimm?“ fragt sie zurück. „Ich habe dem nichts hinzuzufügen.“ Punkt.

Zusammenprall zivilisatorischer Traditionen

Spannend dann das Thema „Zuwanderung“ und „Sarazzin“. Den Ausschluss seines Parteigenossen halte er für einen „richtigen Unfug“. Sarazzin habe manche Probleme dargestellt, die richtig sind. Er habe sie mit Recht angesprochen und dadurch eine Diskussion ausgelöst, die „wir dringend gebraucht haben“. Sein Fehler wäre es gewesen, die Vererbung in einen Topf mit kulturellen Traditionen zu werfen. Die Abstammungsideologie sei ein Blödsinn. „Wenn er sich beschränkt hätte, auf das Problem des Zusammenpralls völlig verschiedener zivilisatorischer Traditionen hinzuweisen, dann hätte er Recht gehabt.“

Maischberger wies in diesem Zusammenhang auf den Anwerbestopp von Gastarbeitern anlässlich der Ölkrise 1973 hin, als der damalige Bundeskanzler Willy Brandt in der ARD sagte: „Wir müssen an die eigenen Landsleute zuerst denken!“ Schmidts Aussagen im Jahr 2005 waren noch deutlicher:  „Wir haben uns mit der Zuwanderung von Menschen aus völlig anderen kulturellen Welten übernommen.“ Oder: „Sieben Millionen Ausländer in Deutschland sind eine fehlerhafte Entwicklung.“ Und 2008 meinte Schmidt: „Wer die Zahl der Moslems in Deutschland erhöhen will, nimmt eine zunehmende Gefährdung des inneren Friedens in Kauf.“ Auf die Frage Maischbergers, ob Zuwanderung aufgrund des Facharbeitermangels nicht notwendig sei, antwortete Schmidt: „Dann müssen wir die Deutschen eben zu Facharbeitern ausbilden.“ 

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