Al-Rawi nach Groteske um Halal-Wohnung rücktrittsreif

Jüngst sorgte ein Mail einer jungen Muslimin für Aufregung. Sie preist darin ihre Wiener Gemeindewohnung als „halal“ an und sucht einen muslimischen Nachmieter. Besonders interessant ist dabei die Rolle des SPÖ-Gemeinderats und Integrationsbeauftragten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi, der behauptet, von all dem nichts gewusst zu haben, obwohl das Mail von seiner Adresse weitergeleitet wurde.

Das Mail datiert vom 2.12.2010 und traf um 12.12 Uhr im Postfach von Omar Al-Rawi. Darin heißt es unter anderem:

Eigentlich habe ich bereits Nachmieter gefunden, die per sofort die Wohnung übernehmen wollten, jedoch wünsche ich mir, daß jemand von den muslimischen Geschwistern die Wohnung übernimmt, da die Wohnung ganz HALAL ist, keine Tiere, kein Alkohol, keine Haramkonsumationen, alles ganz rein. Es wäre schade, das die Wohnung in nicht muslimische Hände geräte, da dort der Koran sehr viel rezitiert wurde, und auch ganz viele Gebete verrichtet worden sind.

Omar Al-Rawi leitete von seinem Account „LOWIEN/SPOE/AT“ am 3.12.2010 um 00:23 Uhr weiter – offenbar an die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, auf deren Webseite uns Al-Rawi gleich auf der Startseite neben Nationalratspräsidentin Barbara Prammer entgegenlächelt – anlässlich der Verleihung des Demokratiepreises des Margaretha-Lupac-Stiftung im Parlament. Das Impressum weist Al-Rawi als eines von fünf Vorstandsmitgliedern aus.

Zweifel an Al-Rawis Rechtfertigung

Al-Rawi bestreitet in der Printausgabe der „Kronen Zeitung“ vom 09. Dezember 2010, das Mail persönlich weitergeleitet zu haben. Er sei zu diesem Zeitpunkt in Kairo gewesen, das Mail scheinbar von einem Mitarbeiter ungeprüft weitergeleitet worden. Abgesehen davon, dass es einem Wiener Gemeinderat sicherlich technisch möglich ist, auch im Ausland E-Mails zu empfangen und senden, befand er sich zum Zeitpunkt, als das Schreiben weitergeleitet wurde, vermutlich noch gar nicht dort, wie Insider behaupten.

Während sich Al-Rawi versucht durch den Anschein des Nichtswissens aus der Affäre zu ziehen, hat die Initiative Muslimische Österreicherinnen wenigstens bemerkt, dass sie da ordentlich daneben gelangt hat, und antwortet der Wohnungsmieterin so:

Liebe Schwester!
Wir haben gestern ausnahmsweise ein Mail von Ihnen weitergeleitet ohne den Inhalt genau zu prüfen und im Nachhinein betrachtet war es ein Fehler. Nach genauen hinsehen sind uns aber in ihrem Text Sachen aufgefallen die wir nicht in Ordnung finden.
Vor allem der Satz „Es wäre schade, dass die Wohnung in nicht muslimische Hände gerät“ erscheint uns sehr problematisch und diskriminierend. 
Als sie die Wohnung von Wiener Wohnen bekommen haben wurden Sie auch nicht nach dem Religionsbekenntnis gefragt. Und wie hätten Sie es empfunden wenn man Ihnen abgelehnt hätte weil Sie eine Muslimin sind?
Religion darf nie zu Vergabe oder Konsum von Leistungen Relevant sein. Und auch wir Muslime werden im Umgang mit anderen hoffentlich das gleiche tun. [.]
Gleichzeitig entschuldigen wir uns bei unserem Leserinnen und Lesern das wir beim weiterleiten uns dies nicht aufgefallen ist und wir nicht die nötige Sorgfalt haben walten lassen.

Liberale Muslime fordern Al-Rawis Rücktritt

Für die Initiative Liberaler Muslime ist der Vorfall – trotz der Entschuldigung – jedenfalls ein handfester Skandal der „ein Beweis dafür ist, dass sich manche nicht integrieren wollen – obwohl sie eine Gemeindebauwohnung haben“, erklärt der Pressesprecher der liberalen Muslime, Amer Albayati. Für sie ist Al-Rawi, der für sich persönlich offenbar weiter keinen Grund zur Rechtfertigung sieht, untragbar geworden. Der ganze Fall deckt auf erschreckende  Weise auf, wie es um die Integration in Österreich wirklich bestellt ist und wie sie auch noch durch gewählte Mandatare der Stadt Wien behindert wird.

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