Homo-Sexverbot lässt Emir kalt und bringt FIFA-Präsident ins Schwitzen

Joseph BlatterDer Emir von Katar war kurz vor dem Jahreswechsel in Österreich auf Staatsbesuch. Auf die missliche Lage der Christen in seinem Land wurde er dabei naturgemäß nicht angesprochen – vom wem auch? Bundespräsident Heinz Fischer hat als Agnostiker mit Gläubigen nichts am Hut. Die Wirtschaftslobbyisten Leitl und Mitterlehner waren zu sehr damit beschäftigt, Aufträge für österreichische Firmen zu lukrieren, die dann ihre Produktion bevorzugt ins Ausland verlegen, wenn sie nicht schon dort ist.

Dass in Katar für Nicht-Muslime keine freie Religionsausübung vorgesehen ist, hat auch den Weltfußballverband FIFA nicht davon abhalten können, dem öl- und gasreichen Wüstenstaat die Ausrichtung der WM im Jahr 2022 zu übertragen. Deshalb wurde FIFA-Präsident Joseph Blatter nicht kritisiert, eher schon wegen der großen Hitze, die dort im Sommer herrscht.

Joseph Blatter

Joseph Blatter

Joseph Blatter erhält einen Preis für Kommunikation.
Von den Homo-Verbänden würde er so einen kaum mehr erhalten.
Foto: BAMBI 2009 – HBM (Florian Seefried) / flickr

Blatter und der Emir von Katar haben Gemeinsamkeiten. Sie sitzen so breit auf ihren Sesseln, dass jegliche Kritik an ihnen abzuprallen scheint. Der Emir pfeift auf Demokratie und Menschenrechte und bekommt mit seinen unaufhörlich sprudelnden Petro-Dollars trotzdem, was er will. Geld für Macht soll auch Blatter hin und wieder zahlen, behaupten seine Gegner. 1998 und 2002 gab es nach seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten Korruptionsvorwürfe. Gerüchte über finanzielles Missmanagement in der FIFA entzog er – ziemlich emir-mäßig – die Nahrung, indem er den Kritiker feuern ließ.

Doch nach der Vergabe der Fußball-WM an Katar war Blatter mit Rücktrittsforderungen einer Gruppe konfrontiert, die ihm das Leben noch richtig schwer machen könnte. In Katar ist Homosexualität bei Strafe verboten, worauf Blatter sich zu dem praktischen Tipp verstieg, den so gepolten potentiellen Schlachtenbummlern die Enthaltsamkeit während der Spiele ans Herz zu legen. Da hagelte es Rücktrittsorderungen von Homosexuellen-Verbänden, deren Medien-Marketing als ausgesprochen erfolgreich gilt, sodass wohl noch mit weiteren Empörungswellen zu rechnen ist.

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Hier trennen sich dann auch die Wege des Emirs und des Präsidenten. Ersteren wird es unbeeindruckt lassen, wenn Homosexuelle sich über ihn beschweren. Das prallt an ihm ebenso ab wie die Kritik christlicher Verbände. Sepp Blatter hingegen hat sich die falschen Gegner ausgesucht. Hätte er den christlichen Fans empfohlen, in Katar aufs Beten zu verzichten, es hätte vermutlich kaum jemanden gekratzt.

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