Buchtipp: Die Türken vor Wien – Schicksalsjahr 1683

Die Türken vor Wien"Legt mir die Schlinge auch richtig an! Die Henker legten ihm die Schlinge um, zogen zweimal oder dreimal zu und dann hatte er seinen Geist aufgegeben.“
(Über den Tod des Kara Mustafa)

"Die Türken vor Wien – Schicksalsjahr 1683" aus dem renommierten Grazer Ares Verlag bietet historisch wahrscheinlich die beste und kompakteste Darstellung des türkischen Krieges von 1683 gegen die Habsburger als Repräsentanten des christlichen Abendlandes. Der bekannte britische Historiker und emeritierte Dozent für Neuere Geschichte am Magdalen College der Universität Oxford, John Stoye, hat in seinem Werk eine wissenschaftlich einmalige Gesamtdarstellung über die Vorgeschichte und den Verlauf des Feldzugs beschrieben. Die Darstellung reicht von den politischen und militärischen Verhältnissen in Europa des 17. Jahrhunderts bis zu den diplomatischen Bemühungen der Konfliktparteien und deren Hauptcharaktere.

Als die Streitkräfte des Osmanischen Reiches unter ihrem Befehlshaber und Groswesir Kara Mustafa scheinbar widerstandslos nach Wien vordrangen, um sich das "Tor nach Europa" aufzustoßen, versperrte ihnen nur noch die Hauptstadt des Habsburgerreiches den weiteren Weg.  Die Masse der europäischen Völker erkannte die Gefahr, welche ein Sieg der türkischen Truppen bei Wien bringen würde, und fand sich zu einem Bündnis gegen diesen Angriff zusammen. Truppenkontingente aus dem gesamten Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation fanden sich unter der Führung des Feldherren Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg bereit, um die Nemesis abzuwenden und ein christliches Abendland zu erhalten. Der wohl bekannteste Akteur auf der Seite der Verteidiger war der polnische König Johann III. Sobieski, der mit seinen "engelsbeschwingten" Ulanen am 12. September 1683 am Kahlenberg die türkischen Truppen angriff und das Signal setzte für den erfolgreichen Sturm der christlichen Truppen. Die osmanischen Einheiten wurden dabei derartig überrumpelt, dass eine Sammlung der geschlagenen Truppenverbände erst bei Raab im heutigen Ungarn möglich war.

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Durch den beherzten Einsatz der Polen und ihrer Verbündeten konnte die Gefahr eines türkischen Sieges nochmals abgewendet werden. Das Habsburgerreich war in der Lage, sich eine Vormachtstellung in Europa zu sichern. Nur der französische König Ludwig der XIV nutzte die Schwäche der vor und um Wien kämpfenden europäischen Armeen und schob seine Grenzen bis an den Rhein vor.

Auch die weiteren politischen Auswirkungen dieses überragenden Sieges auf die europäische Geschichte werden in dem Werk zumindest kurz erläutert. Dem Verfasser ist es nachhaltig gelungen, die komplexe Geschichte der Türkenkriege umfassend darzustellen, ohne sich allerdings in Nebensächlichkeiten und Unwichtigem zu verlieren.  Ein weiterer Pluspunkt ist die reichhaltige Bebilderung des Werkes – meist separat auf Hochglanzpapier gedruckt -, welche den Leser ein besseres Bild über die damaligen Ereignisse ermöglicht. Auch der wissenschaftliche Handapparat kommt nicht zu kurz, somit kann also jede These des Autors wissenschaftlich voll und ganz belegt werden.

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