Getürkte Türken-Diskussion

Politiker dreschen gern Phrasen. Aber so leicht wie in der ORF-Sendung „Bürgerforum“ wird ihnen das selten gemacht. „Die Türken – ewige Außenseiter?“ hätte eine spannende Diskussion werden können. Aus schierer Angst, dass etwas aus dem Ruder laufen könnte, hat der ORF das Publikum mit lauter Leuten besetzt, die selbst Phrasen gedroschen haben, als wären sie Politiker. Zum Teil waren sie es sogar wirklich.

Kommentar von Alexander Höferl

ORF-Studio

ORF-Studio

Politiker und Publikum tauschten im ORF-Studio nur Phrasen aus.
Foto: BernieCB / flickr

Die paar Leute, die gegen HC Strache losschlugen, waren in ihrer Hilflosigkeit fast rührend: die Kopftuchträgerin, die ernsthaft meinte, man könne Frauen gar nicht langfristig zum Kopftuchtragen zwingen, und der Wirrkopf, der mit den Gasthaus-Fotos herumfuchtelte. Auch die Vertreter der islamkritischen Bürgerinitiativen waren bei weitem nicht gewieft genug, um einen Josef Cap oder eine Maria Fekter aus der Reserve zu locken.

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Die Sendung geriet zur Farce, gleich peinlich wie das seltsame Gedudel, das die Politiker in ihrem Wortschwall bremsen sollte. Vielleicht war das die ORF-Strategie dahinter: die Zuschauer so einzulullen, dass sie am Ende meinen, es gebe gar kein Integrationsproblem mit Türken. Doch die Show war so schwach, dass sie nicht einmal diesen oder sonst einen nachhaltigen Eindruck hervorzurufen vermochte, maximal ein dumpfes Gefühl, dass da etwas faul war, oder gar getürkt?

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