4 Jahre ORF-General Wrabetz – Eine Katastrophenbilanz

Seit etwas mehr als vier Jahren leitet Dr. Alexander Wrabetz Österreichs größtes Medienunternehmen – den ORF. Dieses Jahr geht seine Funktionsperiode zu Ende, und er scheint eine Wiederbestellung anzustreben. Eine Bilanz seines zweifelhaften Wirkens fällt allerdings ernüchternd aus. Binnen weniger Jahre ist es ihm gelungen, aus dem Unternehmen in jeder Hinsicht einen Sanierungsfall zu machen.

Seine Vorgängerin Monika Lindner hatte die Latte nicht besonders hoch gelegt, und man hatte gedacht, schlimmer könne es nicht kommen. Doch Wrabetz hat die Zwangsgebührenzahler eines Schlechteren belehrt. Es ging noch viel tiefer. Seine gesamte Amtszeit ist von Pleiten und Inkompetenz gekennzeichnet. Konsequent und erfolgreich war Wrabetz nur darin, den ORF als roten Politfunk zu missbrauchen, in dem rot-grüne Redakteure ihre linke Gesinnung ausleben durften. Allen voran der "Am Schauplatz"-Redakteur Ed Moschitz, der Skinheads zu einer Wahlkundgebung herankarrte, um die FPÖ und deren Bundesparteiobmann in ein rechtsradikales Licht zu rücken. Kongenialer Partner von Wrabetz war bis vor kurzem der ehemalige grüne Stiftungsrat Pius Strobl, den er als Unternehmenssprecher beschäftigt hatte.

Millionenflops am laufenden Band

ORF Generaldirektor Alexander Wrabetz

ORF Generaldirektor Alexander Wrabetz

Eine weitere Funktionsperiode für Wrabetz?
Foto: Manfred Werner/Wikimedia

Lauthals hatte Alexander Wrabetz bei seinem Amtsantritt 2007 eine große Programmreform angekündigt. Kernstück war die neue Vorabendserie "Mitten im Achten". Doch diesem Kernstück war nur ein sehr kurzes Leben beschieden. Ganze 12 Wochen wurde dem rapide dahinschwindenden Publikum dieses Machwerk zugemutet, bevor man endlich ein Einsehen hatte und die Serie aus dem Programm nahm. Nächster Wrabetz-Flop war das Talk-Format "Extrazimmer". Auch hier war nach lediglich fünf Monaten Schluss, da auch diese Sendung für mehr Publikumsärger bzw. für Langeweile als für Zuseherzuspruch gesorgt hatte.

Das größte Millionendebakel erleidet Wrabetz allerdings mit den Society- und Klatschmagazinen "Chili Society" sowie "Chili Backstage" und dessen Protagonisten Dominik Heinzl. Die Rückkehr des Klatschreporters Heinzl zum ORF hat sich der Sender einiges kosten lassen. Rund 10 Millionen Euro für drei Jahre wurden für das Chili-Projekt budgetiert. Symptomatisch, dass auch dieses Format unter rasantem Seherschwund zu leiden hatte. Binnen kurzer Frist wollten nur noch 64.000 Seher Heinzls belanglose Klatschstories sehen. Um zu retten, was zu retten war, verkürzte man Chili auf 10 Minuten und verpasste ihm einen neuen Sendeplatz. Das Schwestermagazin Chili Backstage wurde überhaupt aus dem Programm eliminiert. Doch auch in seiner neuen Form wurde beispielsweise am 18.Jänner 2011 Chili mit 148.000 Sehern etwa von der unmittelbar vorher gesendeten Serie "Mein cooler Onkel Charly" (185.000 Seher) und sogar dem Wetterbericht (242.000 Seher) locker überflügelt. (Quelle: ORF Teletext).

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In seinem verzweifelten Kampf um Zuseher will Wrabetz nun sogar den bekennenden Schwulen Alfons Haider, der sich für die neue Staffel der "Dancing Stars" einen männlichen Tanzpartner wünscht, öffentlich seine sexuellen Neigungen ausleben lassen. Ob sich mit "Dancing Gays" wirklich Quote machen lässt, wird die Zukunft zeigen. Geschmacklosigkeiten solcher Art sollten allerdings den privaten TV-Sendern vorbehalten bleiben und nicht von Zwangsgebühren finanziert werden.

ORF beinahe bankrott

Genauso katastrophal, wie das Programm und die Seherquoten entwickelte sich unter Wrabetz' Führung die finanzielle Situation des ORF. Die Ära Wrabetz ist von stark sinkenden Einnahmen aus der Werbewirtschaft gekennzeichnet. Die Werbeumsätze reduzierten sich laut ORF-Geschäftsbericht der Jahre 2008 und 2009 von 300,2 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 263,3 Millionen Euro 2008 und fielen im Jahr 2009 auf 222,8 Millionen Euro. Im Jahr 2008 war das Budget aus allen Fugen geraten, und der ORF fuhr einen Jahresverlust von sagenhaften 79,7 Millionen Euro ein. Auch das Jahr 2009 war mit einem negativen Geschäftsergebnis von 44,3 Millionen Euro von hohen Verlusten gekennzeichnet. Nur durch einen radikalen Personalabbau und eine Finanzspritze von 160 Millionen Euro innerhalb von 4 Jahren aus dem Titel "Rückerstattung der Gebührenbefreiung" konnte der ORF vor dem Totalabsturz bewahrt werden. Trotz aller Budgetnöte leistet sich der ORF aber weiterhin 9 Landesstudios und 17 Auslandsbüros.

Dubiose Personalpolitik fordert Opfer

ORF-Zenrum

ORF-Zenrum

Der ORF soll den Küniglberg verlassen und nach St. Marx übersiedeln.
Foto: traed mawr / flickr

Die in der Führungsetage des ORF lange schwelenden Animositäten gipfelten gegen Ende des Jahres 2010 in der Kündigung des Informationsdirektors Elmar Oberhauser, der die parteipolitische Postenschacherei nicht mehr länger hinnehmen wollte. Wrabetz' Vertrauter Pius Strobl musste letztlich den Hut nehmen, als seine DDR-Stasi-Gesprächsmitschnittmethoden aufflogen.
Den personellen Supergau erlebte Wrabetz mit dem Verlust der gesamten Universum-Redaktion. Das Hochqualitätsprodukt "Universum" garantierte immer hohe Einschaltquoten und ist, mit internationalen Preisen ausgezeichnet, weit über unsere Grenzen bekannt. Auch hier war der Auslöser die dubiose Personalpolitik des Generaldirektors, aus der Universum-Chef Walter Köhler die Konsequenzen zog und in der Folge mitsamt seiner Mannschaft das Unternehmen verließ.

In der Frage eines notwendigen Neubaus des ORF-Zentrums ist Wrabetz schon lange säumig. Wann die Entscheidung für einen eventuellen neuen Standort – im Gespräch ist St..Marx im 3. Wiener Gemeindebezirk – fallen wird, steht in den Sternen.

Die SPÖ will Wrabetz trotzdem unterstützen

Wohl um der SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas ihren willfährigen Ansprechpartner im ORF zu erhalten, will die SPÖ mit ihren Stiftungsräten dem Vernehmen nach die Wiederwahl von Alexander Wrabetz unterstützen. Seine bewiesene Unfähigkeit, das Unternehmen zu leiten, spielt dabei offensichtlich keine Rolle. Die ÖVP wünscht sich einen anderen Generaldirektor. Darüber, wie sich die vom BZÖ, der FPÖ und den Grünen nominierten Stiftungsräte entscheiden, ist noch nichts Näheres bekannt. 

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