Fiasko für Darabos und seine Meinungsmanipulanten

Norbert DarabosGestern noch waren wir geneigt, einen mitleidigen Kommentar über Verteidigungsminister Darabos zu schreiben. Nach seinem gequälten ZiB2-Auftritt, bei dem er kreidebleich und offensichtlich angeschlagen die Abberufung von General Entacher mit hilflosen Sätzen verteidigte, lagen Spekulationen über das Seelenleben dieses Mannes nahe. Der Psycho-Druck aus der eigenen Partei kam uns in den Sinn, hatten doch die SPÖ-Granden Häupl und Faymann Darabos’ Richtungsänderung gegen die Wehrpflicht populistisch im Verein mit der Kronen Zeitung erzwungen. Er tat uns aufrichtig leid, da er augenscheinlich nur die Wahl hat, seine politische Glaubwürdigkeit oder sein politisches Amt zu verlieren.

Norbert Darabos

Norbert Darabos

Darabos verschließt nicht nur die Augen vor der Wahrheit, er lässt
sie sogar manipulieren.
Foto: Daniel Weber / flickr

Zum Glück haben wir das alles nicht geschrieben, denn schon heute ist alles anders. Darabos steht jetzt als intriganter Lügner dar. Wie der Standard berichtet, ließ er das von ihm präferierte Modell eines Freiwilligenheeres finanziell schön rechnen, um es der Bevölkerung und wohl auch dem Koalitionspartner ÖVP besser verkaufen zu können. Der Gipfel dabei ist, dass er dem geschassten Generalstabschef Entacher wörtlich vorwarf, er habe sich „von seinen eigenen Modellen distanziert“. Dabei war es das auf ministerielle Anweisung verfälschte Modell des Verteidigungsministers, das der General so nicht akzeptieren wollte.

  

Entlarvt ist damit auch die Kampagne der Krone und ihres Gratisblattes „Heute“, wobei hier der kleine Bruder die große Schwester an Penetranz noch bei weitem übertrifft: „Ab Montag bröselt die Wehrpflicht weg“ titelt die Zeitung heute. Doch in Wahrheit bröselt mit den jüngsten Erkennungen die dümmliche medial-politische Lügenkampagne weg, ja sie bricht regelrecht in sich zusammen. „Heute“ versucht seit Tagen, Schwärzungen in den Unterlagen als Sensation zu verkaufen, die angeblich Entacher vorgenommen haben soll, um das ach so tolle Freiwilligenheer des Ministers schlecht zu machen und die Wehrpflicht zu retten. Nun ist klar: Entacher (oder wer auch immer von den Generälen) hatte nur versucht, die plumpsten Falschannahmen aus dem von Darabos bestellten Konzept zu entfernen.

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Mit Darabos verlieren nun auch jene Journalisten den letzten Rest von Glaubwürdigkeit, die ihre monatliche Gehaltszahlung ohnehin nur den üppigen Inseraten aus der SPÖ und ihrem Umfeld zu verdanken haben. Wir ersparen es uns an dieser Stelle, ihr Seelenleben zu analysieren, wenn sie bemerken müssen, wie ihre peinliche Inszenierung zum Fiasko gerät. Mitleid mit diesen Meinungsmanipulanten ist ebenso wenig angebracht wie mit dem Verteidigungsminister, der auf Parteibefehl bereit ist, über Leichen zu gehen.

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