„Macht der Bilder“ und was daraus gemacht wird

FPÖ Obmann HC StracheNationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer präsentiert derzeit im Parlament eine durchaus sehenswerte Fotoausstellung, die das alltägliche und auch das nicht alltägliche parlamentarische Geschehen zum Inhalt hat. 13 Fotografen diverser Printmedien stellten dazu ihre Fotografien zur Verfügung. Sie zeigen überwiegend aktuelle und vormalige Parlamentarier,

BZÖ Abgeordneter Petzner

BZÖ Abgeordneter Petzner

BZÖ-Abgeordneter Petzner in Aktion
Foto: Robert Jaeger / APA

So ist beispielsweise FPÖ Bundesparteiobmann Strache gewohnt dynamisch am Rednerpult erfasst, aber auch der BZÖ-Abgeordnete Petzner, der sich bei einer Parlamentsdebatte bemüßigt fühlte, in Richtung Regierungsbank eine "lange Nase" zu zeigen.

Bilder gegen "Rechts"

Doch Prammer wäre nicht sie selbst, hätte sie nicht auch ein "besonderes" Foto in die Ausstellung aufgenommen. Um der "Political Correctness" Genüge zu tun, findet sich auch eine Fotografie der Lichterkette gegen "rechte Hetze" der FPÖ, die am 18. Juni 2009 vor dem Parlament stattfand und von der angeblich politisch unabhängigen Studentin Romy Grasgruber organisiert wurde. Zur Belohnung durfte die wackere Studentin am 31. Jänner 2011 im Parlament eine Veranstaltung zum 100. Geburtstag von Bruno Kreisky im Parlament moderieren.

Der Standard – journalistischer Substandard

FPÖ Obmann HC Strache

FPÖ Obmann HC Strache

FPÖ-Obmann Strache liest der Regierung die Leviten
Foto: Leonhard Foeger / Reuters

Am 24. Jänner konnte man im "Standard" einen Vorbericht zu dieser Vernissage lesen. Exemplarisch wurde vom lachsrosa Blatt ein Foto angekündigt, das sich zwar im Fotoblog des Standardfotografen Matthias Cremer findet, aber gar nicht Teil der Ausstellung ist und folglich bei einem Unzensuriert- Lokalaugenschein im Parlament nirgendwo entdeckt werden konnte. Auch unter den vom Parlament veröffentlichten Fotos findet es sich nicht. Nebst tendenziösem Kommentar zeigt das Bild den Auftritt des sich als Politclown gerierenden Grünen-Abgeordneten Harald Walser. Dieser dachte damals wohl, es wäre originell, auf einer FPÖ Veranstaltung im Hohen Haus ein Leibchen mit der Aufschrift: "Eure Schande heißt Martin Graf" zur Schau zu tragen. Die dümmliche Provokation wurde seinerzeit vom anwesenden Publikum gelassen zur Kenntnis genommen und von der FPÖ großzügig toleriert, war also keines wegs dr furchtlose Weg in den sicheren Märtyrertod, als den der Standard den Auftritt stilisierte.

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Prammers zwiespältiges Verhältnis zur freien Berichterstattung

Lichterkette

Lichterkette

Die Organisatorin der Lichterkette wurde von Prammer belohnt.
Foto:Matthias Cremer

Der Fotografie weniger aufgeschlossen zeigt sich Prammer allerdings, wenn es sich um ihre eigenen Veranstaltungen handelt. Anlässlich einer Veranstaltung am 13. Dezember 2010 ließ sie einem Unzensuriert-Mitarbeiter trotz Presseausweis das Fotografieren untersagen. Dies ist umso bemerkenswerter, als Prammer im Vorwort der Ausstellungsbroschüre schreibt: "Mehr als jeder andere politische Ort ist das Parlament als Zentrum der Demokratie öffentlich. Diese Öffentlichkeit wird wesentlich von Medien hergestellt, denen darum ungehinderte Berichterstattung möglich sein muss." Dies gilt offensichtlich nur für Medien, die ihr genehm sind. Dazu drängt sich die Frage auf: Fürchtet Frau Prammer etwa die "Macht der Bilder"? 

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