Erbitterte Schlacht der Suchmaschinen

BildDie Suchmaschine Google dominiert seit Jahren das Aufspüren von Schlagworten im Internet. 2009 beschloss der Software-Riese Microsoft, in den Markt einzusteigen, und entwickelte mit seinem Projekt "bing" seinerseits eine Suchmaschine, die durch eine Reihe "innovativer Funktionen" den Marktführer vom Thron stoßen sollte. Tatsächlich näherte bing sich der Leistung des Konkurrenten an – teils in überraschender Ähnlichkeit. Da die Suchergebnisse und deren Reihenfolge in vielen Fällen dem Ergebnis der Google-Engine tatsächlich verdächtig ähnlich sahen, stellte der führende Konzern der Wissenssammlung dem Konkurrenten Microsoft eine technische Falle, die sich als voller Erfolg herausstellte: "bing" kopierte nachweislich die Google-Ergebnisse.

Um den Informationsklau aufzudecken, bediente Google sich eines – für den Normalbenutzer unentdeckbaren – Hacks: Die Suchergebnsise für gewisse, sinnlose Zeichenfolgen, wie z.B. "mbzrxpgjys" oder "hiybbprqag" wurden manipuliert, um auf gewisse Seiten zu zeigen: Laut Google das "erste und einzige" Mal, bei dem die Ergebnisse von Hand angepasst wurden. Daraufhin wurden Google-Mitarbeiter damit beauftragt, von zuhause aus die Zeichenfolgen zu suchen und die Ergebnisse anzuklicken – während eine Bing-Toolbar aktiviert war.

 

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Bis jetzt führt Google die Suche nach Schlagworten an.
Foto: andercismo / flickr.com

Kaum 2 Wochen später tauchten die Ergebnisse auf. Zwar nur kurz – da Microsoft den entdeckten Hack in Windeseile entfernte – doch von Google geschossene Screenshots belegten, was bereits seit längerem vermutet wurde: Microsofts Toolbar sammelt die Informationen, die User in einer Google-Suche erhalten, und spielt diese in den Suchvorgang der Microsoft-Suchmaschine ein. Dadurch soll die Performance des Projekts "bing" erhöht werden, um durch die Zusatzfunktionen den weiterhin ungeschlagenen Konkurrenten zu schwächen. Doch trotz des sachten Anstiegs der bing-Benutzer ist Microsofts Einstieg in den Suchmaschinenmarkt als Flop zu bewerten: Die investitionsschweren "Verbesserungen" und Erfindungen werfen verhältnismäßig geringen Zuwachs an Kunden ab. Seit mehreren Quartalen schreibt Microsofts Internet-Bereich daher Verluste.

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Trotzdem steht dem Internet eine spannende Schlacht um die Such-Hoheit bevor: Der Senkrechtstarter Facebook, der durch seine Verbreitung mit den unterschiedlichsten Geschäftsmodellen spielen kann, plant die Realisierung einer "sozialen Suche", die dem Suchenden über die Gewohnheiten und Vorlieben seiner Freunde ein relevanteres Ergebnis bieten soll als automatisch generierte Seitenlisten. Da Facebook bereits als ernstzunehmender Google-Rivale gesehen wird, hat Microsoft die Gelegenheit am Schopf gepackt und dem sozialen Netzwerk bei der Suchmaschinenentwicklung seine Kooperation zugesichert.

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