„Stadthistoriker“ in Amstetten von Nazis umzingelt

Gerhard Zeilinger ist Historiker, Germanist und Publizist aus Amstetten. Nun soll er eine Festschrift anlässlich „900 Jahre Amstetten“ verfassen. Die Freiheitlichen sprechen sich vehement dagegen aus, denn Zeilinger fällt vor allem dadurch auf, seine Heimatstadt in Zeitungskommentaren als Nazi-Hochburg zu diffamieren.

Im März 2009 kam ihm dazu in der „Presse“ der Fall F. gerade recht „F wie Amstetten“ nannte er sein „Stadtporträt“, in dem es bald nur noch am Rande um das Inzest-Verbrechen ging, Zeilinger dafür jedoch die Gelegenheit nutzte, die Amstettener zu verunglimpfen:

Das Verbrechen, haben uns Medien vorgeworfen, habe sich in der „Vorstadt einer Provinzstadt“ ereignet, in einer „gesichtslosen“ Vorstadt. In der Tat ist der Ort des Verbrechens ein Graubereich zwischen urbaner und ländlicher Kultur. Genau das ist auch die schwierige, diffuse Position von Amstetten, das weder urban noch ländlich ist, und damit korrespondiert auch die soziale Struktur von proletarisch bis kleinbürgerlich. 

Bald offenbart sich auch der Grund, warum Zeilinger seine Amstettener Mitbürger nicht leiden kann:

Am Abend der Nationalratswahl 2006 wurde ich bei der Bezirkswahlbehörde Ohrenzeuge einer Diskussion zwischen SPÖ- und ÖVP-Funktionären, die sich den Wahlerfolg der Rechten mit der verfehlten Ausländerpolitik ihrer Parteien erklärten, nur weil die sich einfach nicht trauen würden zu sagen, was Sache sei.

Von den Ausländerns zu den Nazi-Aufklebern

Und wie von selbst schafft Zeilinger auch den Übergang vor der FPÖ zu den Neonazis:

Seit ein paar Wochen registriere ich vermehrt Neonazi-Aufkleber im Stadtgebiet. Und vor Weihnachten ist auch wieder einer der Glaszylinder beim „Judendenkmal“ zerschlagen worden. Das geht nun schon seit ein paar Jahren, stillschweigend wird das zerstörte Glas ersetzt, in den Zeitungen ist davon nichts zu lesen.

Hatte Zeilinger in der „Presse“ für seine Abrechnung mit Amstetten wenigstens eines Anlasses (Fall F.) bedurft, genügt dafür im „Standard“ der in keinem Zusammenhang mit Amstetten stehende Kommers der Burschenschaft Olympia. Am 27. November 2009 schreibt Zeilinger seine Beobachtungen unter dem Titel „‚Die Fahne hoch‘ und ein Strache-Autogramm“ auf. Die Verbindung zwischen FPÖ und Nazis wird hier schon in der Einleitung gezogen:

Österreichs Jugendliche wählen mehrheitlich FPÖ. So weit bekannt. Aber was veranlasst sie, das Horst-Wessel-Lied zu singen? Und wieso weiß ein junges Mädchen überhaupt, wie das geht?

Wo bleibt Zeilingers Zivilcourage?

Selbstredend beklagt Zeilinger die fehlende Zivilcourage der Bürger, gegen Jugendliche einzuschreiten, die Nazi-Parolen grölen und „Die Fahne hoch“ singen. Selbst hat er die Szene wohl auch widerspruchslos beobachtet. Ist doch auch zu schön, wenn das Mädel gerade vor dem Haus eines Burschenschafters ihr Nazi-Lied anstimmt. Lieber dem Standard eine gute Geschichte verkauft, als selbst einmal Zivilcourage gezeigt.

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