ÖH-„unique“: Geschlecht bedeutet Unterdrückung

BildÖsterreichs Universitäten mangelt es großflächig an Geld – trotzdem schafft die "Studentenvetretung" ÖH Uni Wien es, ihre großformatige und buntbedruckte Zeitung quer durch Wien in die Briefkästen der Studierenden zu schicken. Das in lila gehaltene Titelblatt der "unique" versucht mit dem Schlagwort "Frauen_Trans* Ausgabe" das Interesse des offenbar größten Teils der Leserschaft zu erwecken. Tatsächlich wurde die Unzensuriert-Redaktion dadurch am unmittelbaren Entsorgen des Papiers gehindert und untersucht, welch wichtige gesellschaftliche Themen die Hochschülerschaft uns mitteilen möchte.

Beim Entfalten der Zeitung zerfällt diese gleich einmal in zwei Teile, wovon der zweite mit der Überschrift "Genderfuck" betitelt ist. Wie erwartet ist das Zusatzheftchen ganz nach dem Motto der Edition gestaltet: Die Einführung klärt den angehenden Leser darüber auf, wie die Heteronorm (für Uneingeweihte: das biologische Geschlechterprinzip, durch das erst die Evolution selbst ermöglicht wurde) das Leben fest im Griff hat. Doch nach Ansicht der, wie wir unschwer erkennen, linken Phantasten soll die Bevölkerung sich bald dieser biologischen "Matrix" entziehen.

 

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Ein Symbol der Unterdrückung?
Foto: Paul Schreiber / Flickr

Da der Feind der Chaoten traditionellerweise die Polizei (als Vertreter von Recht und Ordnung) ist, wird sogleich ein neues Kunstwort erschaffen: Die "Heteronorm-Polizei" beinhaltet all jene, die – bewusst oder unbewusst- das "heteronormative System" exekutieren – im Endeffekt also jeden, der sich zu seinem Geschlecht bekennt. Doch auch Dinge können Heteronormpolizisten sein, wie zum Beispiel das traditionalistisch-propagandistische Schildchen an Toiletten, das stehende Männer und Frauen abbildet (und nicht etwa "TransInterQueers" oder sitzende Rollstuhlfahrer). Die Abstrusität der Linken nimmt in diesem Blatt ungeahnte Züge an: Nicht nur das notwendige Zugehörigkeitsgefühl zu einem Geschlecht, auch die Ablehnung der "Bio-Frauen" (das sind Frauen, die sich seltsamerweise über ihr bilogisches Geschlecht definieren) gegenüber Transsexuellen in Frauentoiletten bis hin zum menschlichen Körper selbst als "materielle Exekutionsfläche der Heteronormpolizei" werden hier mit wehenden Fahnen attackiert.

 

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Lady Gaga bricht, zum Jubel der Linken, mit sämtlichen Normen
Foto: L-l-CLK-l-l / Wikimedia

In weiterer Folge des Blattes wird vermutet, dass Lesben keine Frauen sind, da Frauen "nur als Gegensatz zum Mann" existieren (auch wird erwähnt, dass das Lesbentum frei wählbar ist – hier widersprechen die Devianten schon ihrer eigenen Szene); dann wird vermutet, dass Sex auch ohne Geschlechter funktionieren kann und sollte. Der SadoMaso-Fetisch ist ein zentraler Pfeiler dieser Überlegung. Das Trauerspiel endet in einer Huldigung verschiedener "Künstler" wie der lesbischen türkischen Rapperin DJ Ipek, die ihr wahres Selbst nur in Berlin ausleben kann (ein weiteres Armutszeugnis für die deutsche Hauptstadt) oder der neuesten Popgröße Lady Gaga, diezum Jubel der LinkInnen in ihren Videos sämtliche Geschlechterrollen über den Haufen wirft.

Alles in allem hat die Hochschülerschaft ein Blatt produziert, dessen vernachlässigungswürdiger Inhalt zu nichts Anderem als einem Sturz sozialer und biologischer Werte nütze ist. Welche politischen Interessen dahinterstehen, dass Studierende der Universität Wien mit allen Arten widernatürlicher Forderungen eingedeckt werden, bleibt fraglich – es scheinen jedoch weder die Idee einer geregelten Gesellschaft noch die Grundvorraussetzung der Familie als Keimzelle des Staates dahinterzustehen.

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