Garri Kasparows spektakulärer Sieg gegen die Maschine

BildDer Kampf Mensch gegen Maschine strahlt seit jeher große Faszination aus. Einer, der ihn gewonnen hat, ist der ehemalige Schach-Weltmeister Garri Kasparow. Vor 15 Jahren – genau am 16. Februar 1996 – besiegte er das von IBM entwickelte Schachprogramm „Deep Blue“. Garri Kimowitsch Kasparow, geboren am 13. April 1963 als Garik Weinstein im aserbaidschanischen Baku, war von 1985 bis 1993 offizieller Weltmeister des Weltschachbundes FIDE. Nach seinem Ausscheiden aus der Organisation behielt er für einen Großteil der Schachwelt den Titel noch bis zum Jahr 2000. Im Jahr 2005 zog er sich überraschend vom Schachspiel zurück. Noch heute gilt Kasparow als stärkster Spieler der Schachgeschichte.

Garri Kasparow

Garri Kasparow

Garri Kasparow besiegte Menschen und Maschinen.
Foto: S.M.S.I., Inc. – Owen Williams
The Kasparov Agency / Wikimedia

Großes Interesse riefen seine Spiele gegen Schachprogramme hervor. Nachdem Kasparow in den Achtzigerjahren behauptet hatte, nie von einem Programm besiegt werden zu können, spielte er erstmals 1989 gegen das IBM-Schachprogramm „Deep Thought“ zwei Partien. Beide konnte er für sich entscheiden. 1996 siegte er gegen den Nachfolger „Deep Blue“ 4:2.  Jedoch verlor erstmals ein Schachweltmeister unter Turnierbedingungen gegen ein Programm. Im Jahr darauf verlor er schließlich im Rückkampf 2,5:3,5.

Seit seinem Rückzug aus dem Schach ist Kasparow als Oppositionspolitiker tätig. Er gründete unter anderem die Bewegung „Das andere Russland“, welches jedoch nicht zu den Parlamentswahlen 2007/08 zugelassen wurde, da es sich angeblich um keine Partei handelte. 2008 gründete er die Oppositionsbewegung „Solidarnost“. Die Teilnahme an Demonstrationen gegen das russische Regime brachte ihn vorübergehend sogar ins Gefängnis.

Widerstandsgeist auch am Schachbrett

Kasparows Widerstandsgeist war bereits im Laufe seiner Schachkarriere erkennbar. Anatoli Karpow war der in einer alles steuernden UdSSR gewünschte Weltmeister, gegen den die anderen russischen Schach-Großmeister nicht antreten sollten. Kasparow widersetzte sich und trat an. Im ersten Versuch unterlag er erst nach Intervention des Welt-Schachverbandes beim Stand von 5:3 Siegen für Karpow nach unglaublichen 48 Partien, von denen 40 mit Remis geendet hatten. Eigentlich wäre der Gewinner erst nach sechs Siegen festgestanden, doch Karpow war von der Schach-Schlacht psychisch und körperlich bereits derart erschöpft, dass er mehrmals ins Krankenhaus musste. 1985 gelang es Kasparow schließlich, den regierenden Weltmeister zu entthronen.

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Kasparows Spiele gegen Karpow waren damals also schon vom Hauch des Kampfes gegen das System umweht. Zwischen den beiden Spielern herrschte große Rivalität, manche sprechen von Feindschaft, die mittlerweile jedoch beigelegt ist. Karpow besuchte Kasparow 2007 im Gefängnis, Kasparow unterstützte seine ehemaligen Widersacher 2010 bei der Kandidatur als Präsident des Weltverbandes FIDE.

Die große Rivalität der beiden, aber auch Kasparows Spiele gegen den Computer verhalfen dem Schach ab den Achtziger Jahren zu großer Popularität. Spiele wurden sogar im Fernsehen übertragen. Heute hingegen ist der Weltmeister nur Insidern bekannt. Es ist derzeit der Inder Viswanathan Anand.

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