Buchtipp: RAF – Becker, Buback und die Geheimdienste

GedenksteinFür sein neuestes Buch recherchierte Udo Schulze jahrelang in Archiven und führte Interviews mit Zeitzeugen. Nun hat der mutige Journalist sein Buch über die "RAF – Becker, Buback und die Geheimdienste" veröffentlicht.

In dieser Publikation beleuchtet der Autor nicht nur den heimtückischen Mord am höchsten Juristen der BRD, Siegfried Buback, am 7. April 1977 in Karlsruhe, angeblich begangen durch die beiden RAF-Terroristen Verena Becker und Günther Sonnenberg. Ebenso legt er die Verstrickungen internationaler Nachrichtendienste in das terroristische Netzwerk der mittlerweile selbst aufgelösten RAF offen – des westdeutschen Bundesnachrichtendienst ebenso wie der Staatssicherheit aus der DDR.Schulze zeigt immer wieder geradezu auffallende "Zufälligkeiten“ und "Ermittlungspannen" auf, wenn es um verschiedene RAF-Mitglieder geht. Am Beispiel Verena Becker wird dem Leser vor Augen geführt, wie Nachrichtendienste arbeiten und wie sie funktionieren. Durch dieses Buch wird die Rolle der ehemaligen STASI wie auch des BND im Kontext mit dem westdeutschen Linksterrorismus neu beleuchtet werden müssen.

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Gedenkstein

Gedenkstein

Gedenkstein für den ermordeten Siegfried Buback in Karlsruhe.
Foto: Klaus-Dieter Keller / Wikimedia

Als besonderes Extra ist dem Buch ein Interview mit dem Sohn des ehemaligen Generalstaatsanwalts, dem Göttinger Universitätsprofessor Michael Buback, angeschlossen. Auch er betrieb Recherchen über die Hintergründe des Attentates auf seinen Vater und erhob schwere Vorwürfe bezüglich der polizeilichen und juristischen Arbeit der verantwortlichen Behörden. Ebenso äußerte er den Verdacht, die seiner Meinung nach hauptverdächtigen Verena Becker werde geheimdienstlich gedeckt.

Udo Schulze deckt immer wieder Ungereimtheiten in Ermittlungen zur ehemaligen RAF auf und zeigt deutlich, wie und wo Agenten verschiedenster Geheimdienste ihre Hände im Spiel gehabt haben könnten bzw. hatten. Sicherlich ist vieles im Buch reine Spekulation, die jedoch genährt wird, wenn weiter zahlreiche Akten nicht frei gegeben werden, obwohl eine Archivsperre rechtlich nicht mehr nötig ist.

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