Doch kein Preis für die couragierte Frau Käßmann

Margot KäßmannHohe Wellen schlug die Meldung, dass eine Ikone des Gutmenschentums in Deutschland, Margot Käßmann, von der "Kulturstiftung Pro Europa" einen Preis für Zivilcourage verliehen bekommen sollte. Käßmann ist jene nunmehr ehemalige evangelische Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, die am Steuer ihres Fahrzeugs mit 1,51 Promille Blutalkohol schwer alkoholisiert bei Rotlicht eine Kreuzung passierte und damit nicht nur sich, sondern vor allem andere Verkehrsteilnehmer schwerst gefährdete. In der Folge trat die moralisierende Theologin von allen ihren Ämtern zurück. Dies tat der Popularität bei ihrer linken Fangemeinde allerdings keinen Abbruch. Bezeichnenderweise bedauerte etwa Grünen-Chefin Claudia Roth den Rücktritt ausdrücklich.

Wie und wann bewies Käßmann Zivilcourage?

??Margot Käßmann

Margot Käßmann

Margot Käßmann will den Preis nun doch nicht mehr.
Foto: Cornelia Fischer / flickr

Käßmann sollte nun also eine Auszeichnung für Zivilcourage erhalten. Zivilcourage bedeutet zum Beispiel, seine Meinung zu äußern und zu dieser auch zu stehen, wenn viele anderer Meinung sind. Wo also hat Käßmann nach Auffassung der "Kulturstiftung Pro Europa" besonderen Mut bewiesen? Bezeichnender Weise gehen hier die Begründungen auseinander. Erste Meldungen besagten, dass Ihr Rücktritt vom Amt Vorbild für andere Personen des öffentlichen Lebens gewesen sei und deshalb honoriert werden müsse. Als dies weithin auf Unverständnis stieß, fühlte sich Käßmann bemüßigt, eine anderslautende Begründung zu liefern. Dazu verkündete sie, in der Erklärung der Stiftung heiße es, der Preis solle ihr für Zivilcourage als Seelsorgerin, Bischöfin und Ratsvorsitzende verliehen werden, vor allem für die mit dem Satz „Nichts ist gut in Afghanistan“ angestoßene öffentliche Debatte.

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Es bedarf wahrlich viel Zivilcourage, aus seinem verantwortungslosen Verhalten die Konsequenzen zu ziehen, denn die vielen anderen Alkolenker waren sicher anderer Meinung und können nicht verstehen, warum sie wegen einer solchen Lappalie zurückgetreten ist. Noch viel mehr Zivilcourage benötigt man, um auszusprechen, was ohnehin jeder weiß, denn was soll denn gut sein in Afghanistan? Natürlich ist nichts gut in Afghanistan. Weder für die geschundene Bevölkerung, noch für die Soldaten, die dort stationiert sind. Kein normaler Mensch wird da widersprechen.

Käßmann lehnt die Auszeichnung ab

Der Groteske letzten Teil lieferte Käßmann nun selbst. Entnervt ließ sie verlauten, den Preis nicht annehmen zu wollen. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass in den Medien einseitig ihr Rücktritt als Begründung für die Auszeichnung bekanntgegeben wurde und nicht ihre Äußerung zu Afghanistan. Damit muss sich die Kulturstiftung wohl auf die Suche nach einem neuen Preisträger machen.

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