Serbische Amtssprache in Österreich für „FPÖ-Serben“ kein Thema | Unzensuriert.at

Serbische Amtssprache in Österreich für „FPÖ-Serben“ kein Thema

25. Februar 2011 - 11:23

Mit einer Novellierung des Volksgruppengesetzes voriges Jahr wurde den seit 1964 eingewanderten Gastarbeitergruppen Tü̈r und Tor geöffnet, sich mit den angestammten Minderheiten wie Kärntner Slowenen oder burgenländischen Kroaten gleichstellen zu können. Die Konsequenzen wä̈ren weitreichend. Das Jungmigranten-Magazin „biber“ eröffnete mittels Interviews mit dem serbischen Botschafter die Diskussion („Serbisch als Amtssprache ist denkbar“). Die in der FPÖ aktiven Serbischstämmigen wiesen diesen Vorstoß, der der Integration und dem harmonischen Zusammenleben zuwiderläuft, in aller Deutlichkeit zurück.

Die Gleichstellung der Migranten mit den autochthonen Minderheiten, die schon seit Jahrhunderten in ihren Regionen leben, wü̈rde Österreich in ein konfliktträchtiges und teures Chaos stürzen. Das schwammige Kriterium, dass eine Migranten-Community nur „seit einigen Generationen“ hier leben mü̈sse, kö̈nnte man mit der Enkel-Generation der ersten Gastarbeiter bereits als erfü̈llt betrachten. Das heißt, dass Migranten rechtlich auf eigene Schulen, auf die Verwendung ihrer Muttersprache bei Ämtern und in jenen Gemeinden, in denen sie einen Anteil von 10 Prozent erreichen, auf zweisprachige Ortstafeln und sonstige Aufschriften pochen könnten.

Schulen und Ortstafeln für große Migrantengruppen?

In der Praxis stünde uns also folgendes bevor: Der österreichische Steuerzahler müsste hunderte muttersprachliche Schulen in Wien finanzieren. In Rheintalgemeinden mit hohem (und weiter steigendem) türkischen Bevölkerungsanteil dürfte man nach Schaffung türkischer Namen eine zweisprachige Ortstafel nicht verweigern. Und in ganz Österreich hätte bei jedem Bezirksgericht der angeklagte Pakistani das Recht, eine Verhandlungsführung in Urdu zu verlangen.

Unter der SP-Bundeskanzlerschaft will man trotz zunehmenden Pflegenotstandes die Wehrpflicht und damit den Zivildienst abschaffen sowie dem Bildungsverfall ausgerechnet durch eine Gesamtschule und der Abschaffung des Sitzenbleibens begegnen. Die wahnwitzige Novellierung des Volksgruppengesetzes darf daher eigentlich gar nicht überraschen, zeugt aber zweifellos von einem Todestrieb.

Freiheitliche Serbischstämmige (seit der Wien-Wahl 2010 gibt es in Favoriten, Meidling, Simmering und Brigittenau serbischstämmige FPÖ-Bezirksräte) halten davon jedenfalls nichts. Luka Markovic aus Meidling ist es wichtig, zu betonen, dass man sich nicht als „Serbe“, sondern als „Österreicher mit serbischen Wurzeln“ sehe. Er weist auch darauf hin, dass der serbische Botschafter in Österreich Milovan Bozenovic bestritt, die Aussage zur Amtssprache so getätigt zu haben. Markovic führte die Interview-Aktion im „biber“ vor allem darauf zurück, dass in dessen Redaktion bosnische Muslime dominieren würden, die einen Hang dazu hätten, zu provozieren und Unfrieden zu stiften.

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