Gerüche nerven: In den Öffis stinkt es gewaltig!

StraßenbahnDie rot-grüne Stadtregierung in Wien feiert diese Woche die ersten 100 Tage ihres Bestehens. Besser: Ihres Scheiterns! Denn außer Nummerntafeln für Fiaker und das ordentliche Anbringen der so genannten Po-Bags bei Pferden haben Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und seine Stellvertreterin, Maria Vassilakou (Grüne) nichts Nennenswertes auf die Reihe gebracht. Eine Armuts-Bilanz. Dabei hätte gerade Vassilakou bei ihrem Lieblingsthema, den Öffis, viel zu tun.

Straßenbahn

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Die Mehrheit der Fahrgäste spricht sich für ein Essensverbot in den Öffis
aus, doch die Wiener Linien setzen auf Kampagnen.
Foto: Unzensuriert.at

Als zuständige Verkehrsstadträtin könnte die Grüne zum Beispiel auf eine neueste Umfrage des Beratungsunternehmens Regus reagieren. Diese fragte die Fahrgäste: „Was nervt Sie am meisten?“ Wenig überraschend die häufigsten Antworten: Schlechte Körper- und Essensgerüche. „Wir alle finden uns in den Umfrage-Ergebnissen an eigene Erlebnisse erinnert“, so Garry Gürtler von Regus. Tatsächlich ist das „Essen in den Öffis“ ein altbekanntes und vieldiskutiertes Thema in der Bundeshauptstadt. Erst vor wenigen Monaten haben die Wiener Linien die Jahreskartenbesitzer in dieser Causa befragt. Doch trotz eindeutiger Stellungnahme ihrer Kunden konnte sich das Verkehrsunternehmen nicht zu einem Essens-Verbot in Straßenbahnen und U-Bahnen durchringen. Stattdessen entschied man sich für eine Sauberkeitskampagne – diese ging aber in die Hose, wie Öffi-Benützer tagtäglich feststellen können. Nase zu und durch heißt es da für viele, wenn jemand mit einem Kebab oder einer Wurstsemmel in der Hand zusteigt und diese dann während der Fahrt verzehrt. Besonders unangenehm, wenn das alles in der Früh auf nüchternem Magen passiert.

Romantische Träumereien der Grünen

Da können die Wiener Linien noch so viele Kampagnen fahren und mahnen, doch Rücksicht auf andere Fahrgäste zu nehmen, nützen wird es nichts. Ein streng kontrolliertes Essensverbot wäre die einzige richtige Maßnahme. Und eine Bringschuld der Wiener Linien gegenüber ihren Kunden, die im Jahr 2010 auf genau 838,7 Millionen angewachsen sind. Heute benützen in Wien 36 Prozent der Bevölkerung ein öffentliches Verkehrsmittel, nur noch 31 Prozent steigen ins Auto. Aber wie reagieren die Verantwortlichen auf diesen positiven Trend? Statt für mehr Service, Sauberkeit und Ordnung zu sorgen, um zufriedene Kunden zu haben, stehen Teuerungen der Tickets im Raum. Denn als Grund für den steigenden Anteil an Öffi-Nutzern sehen die Wiener Linien unter anderem die „im internationalen Vergleich günstigen Tarife“. Derzeit würde sich eine Arbeitsgruppe mit dem Tarifsystem beschäftigen. Zuletzt hieß es, dass die Fahrscheine zumindest für bestimmte Gruppen von Fahrgästen teurer werden könnten. Bis zum Sommer soll es Klarheit geben.

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Eine echte Überraschung für alle, die der heutigen Vizebürgermeisterin Vassilakou vertraut haben. Denn die Grüne Spitzenkandidatin warb im Wahlkampf für günstigere Tarife und leistbaren Wohnraum. Beides waren romantische, grüne Träumereien, wie sich jetzt herausstellt. Die Tickets in Wien werden teurer und das Wohnen hat in der Bundeshauptstadt noch nie so viel gekostet wie derzeit. 

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